Corona-Maßnahmenpaket: So kontrovers reagiert die Branche

Anne Hünninghaus Corona Berater Top News

Norman Wirth, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW:

"Wir werden hier jetzt nicht jammernd zur Politik rennen, sondern sehen zu, wie wir diejenigen unterstützen, die es am nötigsten haben."

procontra: Was halten Sie von den gestern beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung für Selbstständige und kleine Betriebe?

Norman Wirth: Wir sind positiv überrascht, was die Bundesregierung und auch die Länder und Kommunen bereits auf die Beine gestellt haben. Es zeigt: Wenn man wirklich will, geht da was. Vielleicht gelingt es uns allen gemeinsam, so auch die anderen überwältigen Probleme, wie die Klimakrise oder die Flüchtlingsdramen in Zukunft zu bekämpfen.

Aktuell ist eine auch zivilgesellschaftliche Solidarität gefragt. Die gesetzlichen Maßnahmen sollen zuerst denen helfen, denen von heute auf morgen vollständig die Existenz wegzubrechen droht. Laden- und Imbissbesitzer, Kunst- und Kulturbranche, Unternehmen in der Tourismusbranche und andere. Wir werden hier jetzt nicht jammernd zur Politik rennen, sondern sehen zu, wie wir diejenigen unterstützen, die es am nötigsten haben. Die Versicherungsmakler werden aktuell selbstverständlich gebraucht, stehen ihren Kunden – vor allem den Gewerbekunden – aktiv zur Seite und können sicherlich auch gut aus dem Homeoffice arbeiten. Wer da noch nicht technisch gut aufgestellt ist, muss das jetzt natürlich so schnell wie möglich nachholen. Automatisierung und Digitalisierung ist das Gebot der Stunde.

Wenn es für Versicherungsmakler derzeit schon Probleme geben sollte, halten wir die bereits beschlossenen Maßnahmen für einen ersten guten Schritt. Von Erleichterungen bei der Kurzarbeit, bis zu Verbesserungen im Insolvenzrecht und Zuschüssen, wird hier viel geboten. Auch wir als Verband arbeiten intensiv daran, mit guten Partnern aus der Branche für Informationsangebote zu sorgen, einen Notfallplan und FAQs für Arbeitgeber haben wir bereits veröffentlicht. Auch an Hilfsportalen und ähnlichem wird gearbeitet. Aber alles braucht etwas Zeit und Koordination. Wenn sich auch für unsere Mitglieder die Situation deutlich verschlechtern sollte, bin ich überzeugt, dass wir gemeinsam mit Staat und Branche Lösungen finden werden.

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