BdV gibt sich bei Altersvorsorge zwanglos

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Auch der Bund der Versicherten präsentiert nun sein eigenes Altersvorsorgekonzept. Dieses verzichtet komplett auf Garantien - auch einen Verrentungszwang soll es nicht geben.

Auch der BdV unter Sprecher Axel Kleinlein präsentierte nun ein eigenes Altersvorsorge-Modell.

Auch der BdV unter Sprecher Axel Kleinlein präsentierte nun ein eigenes Altersvorsorge-Modell. Foto: Christian Augustin

Dass der Bund der Versicherten die Rolle der Lebensversicherer kritisch sieht, ist den meisten bekannt. So dürfte die Überraschung auch gering ausfallen, dass der Bund der Versicherten (BdV) den Lebensversicherern in seinem diese Woche vorgestellten Altersvorsorgekonzept bestenfalls eine geringe Rolle zugesteht.  

Dennoch ist man auch beim BdV überzeugt, dass beim Thema Altersvorsorge Handlungsbedarf besteht. Zwar gibt es zahlreiche Angebote, von der betrieblichen Altersversorgung bis zur Riester-Rente, dennoch bleibt die Altersvorsorge vieler Menschen lückenhaft. Derzeit verhandelt die Politik über die Zukunft der Riester-Rente – an einen großen Wurf glaubt man beim BdV allerdings nicht. „Hier wird höchstens an ein paar Stellschrauben gedreht werden“, glaubt BdV-Sprecher Axel Kleinlein.  

BdV präsentiert Basisdepot-Vorsorge

Grund genug für die Verbraucherschützer aus dem Norden der Republik, ein eigenes Altersvorsorge-Modell ins Spiel zu bringen: die sogenannte Basisdepot-Vorsorge. Es soll dann greifen, falls sich die Politik dafür entscheidet, in der geförderten Altersvorsorge auf Garantien zu verzichten. In diesem Depot – vergleichbar mit einem geförderten Wertpapierdepot - können Bankeinlagen, Aktien und Genossenschaftsanteilen verwahrt werden; allesamt förderfähig nach den Regeln, die bislang für Riester- und Rürup-Verträge gelten. Auch bereits existierende Rentenversicherungen sollen ins Depot integriert werden können. Voraussetzung: Die Produkte erhalten nachträglich vom Anbieter ein Kapitalwahlrecht.  

Das Altersvorsorge-Konzept des BdV gibt sich dabei zwanglos: Wenn Garantien wegfallen, soll aus Sicht der Verbraucherschützer auch der Verrentungszwang entfallen. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, formuliert es Kleinlein und fordert eine freie Form der Auszahlung. Sowohl eine Rente als auch eine Einmalauszahlung sollen möglich sein. „Wir trauen den Menschen zu, auch nach ihrem 67. Lebensjahr verantwortlich mit ihrem Geld umgehen zu können.“  

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