34f-Vermittler: "Höhere Kosten würden zu Marktbereinigung führen"

Berater Top News Anne Hünninghaus

procontra: Sie schlagen vor, die Gewerbeämter und IHK sollten weiterhin die Hoheit über die operative Aufsicht wahren, die BaFin wiederum deren Qualitätsstandard gewährleisten. Wie könnte das konkret aussehen?  

Brodesser: Zuerst müssen natürlich föderale verfassungsmäßige Fragen geklärt werden, da die IHKs und die Gewerbeämter auf Länderebene verankert sind. Hier setzt auch die Kritik des BMF an, dass diese Struktur zu unübersichtlich sei. Ich könnte mir daher vorstellen, zumindest dahingehend zu vereinheitlichen, dass man die Zuständigkeit bezüglich Ausbildung, Sachkundenachweis, Erlaubniserteilung und die Beaufsichtigung den IHKs überträgt – unter Vorgabe eines von der Bafin erstellten einheitlichen Qualitätskatalogs. Das muss allerdings mit den Ländern geklärt und abgestimmt werden.  

procontra: Die SPD plädiert weiter für eine Übertragung der operativen Aufsicht auf die BaFin. Wie schätzen Sie die Chance ein, dass Sie zu einer Einigung kommen werden?  

Brodesser: Bisher haben die Kollegen aus der SPD-Fraktion noch nicht aktiv das Gespräch bezüglich einer Verständigung zu uns gesucht. Die Kritik aus der Branche dürfte ihnen schließlich auch nicht verborgen geblieben sein.  

procontra: Welche Bedeutung nehmen Ihrer Meinung die freien Finanzberater für die Altersvorsorge in Deutschland ein?  

Brodesser: Freie Finanzanlageberater leisten einen wichtigen Beitrag zur zunehmend bedeutsameren Altersvorsorgeberatung. Die Unionsparteien setzen sich für ein diversifiziertes Anlageangebot ein.  

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