Zurich: Erste Zahlungen an geschädigte Cook-Urlauber

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Vier Monate nach der Pleite des Thomas-Cook-Konzerns hat die Zurich-Versicherung erste Entschädigungen gezahlt. Doch weil der Sicherungsfonds schon leer ist, muss der Bund und damit der Steuerzahler nun für 82,5 Prozent der Kosten einspringen.

Entschädigung für Thomas Cook-Urlauber

Geschädigte der Thomas Cook-Pleite haben laut Zurich erste Zahlungen erhalten. Bild: iStock/Nirian

Die mit Entschädigungen für Urlauber rund um die Thomas-Cook-Pleite betraute Zurich Versicherung hat nach eigener Aussage mittlerweile rund 25 Prozent aller berechtigten Ansprüche von etwa 220.000 Schadenfällen aus ihrer Sicht abschließend reguliert. Demnach haben etwa 165.000 Betroffene noch keinen Cent erhalten. Betroffenen wurde geschrieben, dass „alle berechtigten Ansprüche bis Mitte Februar 2020 geprüft und ausgezahlt werden sollen“.

Die begrenzte Versicherungssumme von 110 Millionen Euro ist auf jeder Pauschalreisebuchung ausgewiesen, doch Urlauber bekommen da nur 17,5 Prozent ihres Reisepreises zurück. Bild: Archiv/Pohl



Für die Entschädigung wurde eine vorläufige Quote von 17,5 Prozent zugrunde gelegt. Das Gesetz sieht vor, dass der Erstattungsbetrag quotiert, also anteilig gekürzt wird (Paragraf 651r Absatz 3 Satz 4 BGB). Hintergrund: Für die Rückholung von Urlaubern seien laut Zurich schon 60 Millionen Euro angefallen. Sollte dieser Betrag auf die Gesamthaftungssumme angerechnet werden, müssten alle, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, mit dem verbleibenden Rest vorliebnehmen. Ob eine solche Verrechnung zulässig ist, war zwischen der Bundesregierung und dem Versicherer lange umstritten (procontra berichtete).

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