„Wir werden prüfen, wie genau solche Geschäfte laufen“

Versicherungen von Martin Thaler

Der BVK will achtsam bleiben: Nach dem jüngsten juristischen Erfolg gegen Check24 will sich der Vermittlerverband nun das Geschäft des Vergleichsportals mit privaten Kranken-Vollversicherungen genauer anschauen, erklärt BVK-Präsident Michael Heinz.

BVK-Chef Michael Heinz

BVK-Chef Michael Heinz will einen Blick auf das Geschäft von Check24 mit privaten Krankenversicherungen werfen. Bild: BVK

procontra: Zwei Prozesse haben Sie gegen Check24 bereits gewonnen. Nun wollen Sie das Geschäft des Vergleichsportals mit Krankenvollversicherungen kritisch beäugen. Welche möglichen Probleme machen Sie hier aus?

Michael Heinz: Durch unsere Marktbeobachtung stellten wir fest, dass bei der Vermittlung von privaten Kranken-Vollversicherungen das Portal niedrige dreistellige Euro-Beiträge an Bekannte von Kunden zahlt. Wir werden in nächster Zeit prüfen, wie genau solche Geschäfte laufen.

procontra: Die Zahl der Gerichtsverfahren gegen Check24 ist auffällig. Testet Check24 aus, wie weit sie gehen können?

Heinz: Dieser Eindruck drängt sich auf, was nicht gerade für das Unternehmen spricht.

procontra: Auch gegenüber einigen Versicherern äußerten sie zuletzt Kritik. Ist auch hier ein Prozess möglich?

Heinz: Wir beobachten das Verhalten der Versicherer genau. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass die BaFin ihren Auftrag erfüllt, Missstände aufdeckt und diese dann korrigiert.

procontra: Wie ist es um das Verhältnis zwischen Versicherern und Vermittlern derzeit bestellt?

Heinz: Die diversen Online-Aktivitäten der Unternehmen lassen nicht immer genügend Respekt und Fürsorgepflicht gegenüber dem Versicherungsvertrieb durch die stationären Vermittler erkennen. Daher appellieren wir immer wieder an die Versicherungswirtschaft, mit ihren Vermittlern fair, partnerschaftlich und auf Augenhöhe zu kommunizieren und sie so auch zu behandeln.

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