Wie gefährlich sind E-Roller wirklich?

Versicherungen von Martin Thaler

Die Fahrt mit E-Scootern gilt als risikoreich. Täuscht dieser Eindruck? Ein erster Versicherer senkte nun deutlich seine Beiträge.

Wie gefährlich sind E-Scooter wirklich?

E-Scooter gelten als gefährlich – doch trügt dieser Eindruck? Ein erster Versicherer senkte nun die Beiträge. Bild: Adobe Stock/hanohiki

Großstädter werden es wissen: Seit letztem Sommer dürfen auch in Deutschland Elektro-Tretroller auf deutschen Fahrradwegen unterwegs sein. Nicht immer zur Freude der anderen Verkehrsteilnehmer: Vor allem die rücksichtslose Fahrweise vieler Nutzer sowie kreuz und quer abgestellte Scooter sorgen für Kritik.

Schnell häuften sich in den Medien zudem Unfall-Meldungen. So berichtete der Stern, dass die Berliner Polizei nach einem Monat insgesamt 21 Unfälle mit vier Schwer- und 15 Leichtverletzten registriert hatte. Christian Kühne, Chefarzt in der Hamburger Innenstadt-Klinik St. Georg beklagte, dass man in den ersten beiden Monaten nach der Zulassung mehr Verletzungen durch E-Scooter-Unfälle behandelt habe als durch Fahrradunfälle.

Ein anderes Signal sendet nun der Versicherer DEVK, der die Versicherungsbeiträge für das kommende Verkehrsjahr senkte. So wurden die Beiträge für E-Scooter-Fahrer über 23 Jahren um 42 Prozent gesenkt. Auch in anderen Altersgruppen gibt es Preisnachlässe. Eine Ausnahme bilden lediglich Fahrer unter 17 Jahren, die aufgrund des höheren Unfallrisikos weiterhin 99 Euro pro Versicherungsjahr zu zahlen haben.

Als Grund für die Preissenkungen nannte die DEVK, dass die Zahl der Unfälle geringer als gedacht ausfalle.

Verkehrsgerichtstag fordert Führerschein

Ob sich dieser Eindruck bestätigt oder es sich nur um eine Marketing-Aktion des Versicherers handelt, bleibt abzuwarten. Bundesweite Daten über Unfallzahlen liegen derzeit noch nicht vor. Erst in diesem Jahr sollen Unfälle von E-Scootern einzeln erfasst werden. Bislang werden sie laut Statistischem Bundesamt noch in der Sammelkategorie „sonstige Fahrzeuge“ aufgeführt.

Der Verkehrsgerichtstag in Goslar hatte vor kurzem noch strengere Regeln für E-Scooter-Nutzer gefordert. So sprachen sich die Verkehrsexperten unter anderem für eine Art Führerschein aus. Grund hierfür sei, dass die geltenden Regeln vielfach zu wenig bekannt beziehungsweise nicht hinreichend beachtet werden. Zudem sollen nach Meinung der Experten die Fahrzeuge in Zukunft über einen Blinker verfügen, da vor allem Abbiegevorgänge ein hohes Unfallrisiko darstellen würden.

Auch die derzeitige Abstellpraxis von Leih-E-Scootern mahnten die Experten an: Hier bedürfe es fest vorgeschriebener Flächen – bislang werden die Fahrzeuge meist achtlos auf Bürgersteigen und Fahrradwegen abgestellt.

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