Waldinvestments: Safety Forst?

Sachwerte von MARTIN THALER

Investitionen in Wald gelten als nachhaltig, wertbeständig und renditestark. Doch Vermittler sollten genau hinschauen – es lauern Risiken im Dickicht.

Nicht vom Wege abkommen, hieß es schon bei Grimms Märchen. Daran scheint sich nicht viel geändert zu haben

Nicht vom Wege abkommen, hieß es schon bei Grimms Märchen. Daran scheint sich nicht viel geändert zu haben. Bild: AdobeStock/Andreiuc 88

Nachhaltigkeit ist en vogue. Immer mehr nachhaltig orientierte Anleger sind auf der Suche nach passenden Investments. Was liegt da näher als ein Investment in den deutschen Sehnsuchtsort schlechthin – den Wald?

Die Anlageklasse erfreut sich nicht zuletzt aufgrund der niedrigen Zinsen wachsender Beliebtheit. „Die Nachfrage nach Waldgrundstücken ist in den vergangenen Jahren angestiegen“, berichtet Andreas Eßer vom Waldmakler Greif & Meyer, was sich auch an den gestiegenen Preisen ablesen lasse. Wer ein Stück Wald in Deutschland erwerben möchte, muss dafür unterschiedlich tief in die Tasche greifen: Die Preise reichen dabei von 50 Cent bis zu fünf Euro für den Quadratmeter. „Beim Preis gibt es zwei Komponenten“, erläutert Eßer, „den Boden und den Aufwuchs, sprich den Baumbestand.“ Hinzu kommt die Lage. „Für ein Stück Wald vor den Toren Münchens muss entsprechend mehr gezahlt werden als für eine ländliche Lage in Brandenburg.“

Mit Renditen im unteren einstelligen Bereich ist die Gewinnmarge übersichtlich. Zudem gilt es, Schädlingsbefall, Brände oder Dürren einzukalkulieren. „In den beiden Jahren 2018 und 2019 sind über 180.000 Hektar Waldfläche geschädigt worden“, rekapituliert Larissa Schulz-Trieglaff vom Deutschen Waldbesitzer-Verband die Dürre der vergangenen Jahre in Deutschland. Durch diese stürzte auch der Holzpreis ab. Wurden für den Meter Fichtenstammholz 2016 noch bis zu 100 Euro gezahlt, sind es aktuell nur noch 50 bis 60 Euro – bei Borkenkäferbefall gar nur 30 Euro.

Höhere Rendite versprechen sogenannte Direktinvestments. Hierbei kauft beziehungsweise pachtet der Anleger ein Stück Wald – häufig in Südamerika – und lässt es bewirtschaften. Der Vorteil: Edelhölzer versprechen mehr Gewinn als Papierhölzer, zudem fallen in den Tropen die Wachstumszyklen schneller aus. Zusätzlich werben die Anbieter mit der Nachhaltigkeit ihrer Investments – doch blind hierauf verlassen sollten sich Anleger nicht, rät Elke Mannigel, Leiterin für internationale Projekte bei der Tropenwaldstiftung OroVerde. Diese hatte 2013 insgesamt fünf Anbieter von Direktinvestments auf Nachhaltigkeit hin untersucht. Das Ergebnis: „Nachhaltigkeit ist bei den Direktinvestment-Anbietern ein sehr dehnbarer Begriff“, so Mannigel.

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