So punkten Makler bei Firmengründern

Versicherungen Top News von François Baumgartner

Ohne die Berücksichtigung wesentlicher Gefahren, hängt die Geschäftsfähigkeit eines Start-ups am seidenen Faden. Hierzu beratende Makler sollten die Risiken kennen und eine individuelle Absicherungsstrategie für Gründer parat haben.

Welchen Versicherungsschutz Gründer brauchen

Vor allem in der Gründungsphase sollten sich Unternehmer gegen Worst-Case-Szenarien absichern. Bild: Adobe Stock/lettas

Eine Lagerhalle in Brandenburg, voller E-Scooter im Gesamtwert von mehr als 100.000 Euro. Der Händler, Gründer im Bereich E-Mobility, ist an diesem Abend unachtsam und lässt die Panzertür der Halle nach Geschäftsschluss offen. Ein Feuer in der Nacht fackelt die gesamte Lagerhalle ab. Der Jungunternehmer hatte zum Glück eine Gebäudeversicherung, die die sonst existenzbedrohenden Kosten übernimmt.

Dass die Nachfrage nach Versicherungsschutz für Gründer nicht ganz unwichtig erscheint, zeigen unter anderem die neuesten Zahlen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Denn: Laut KfW-Start-up-Report 2019 nimmt die Anzahl der Existenzgründungen bislang noch zu. Demnach gab es im Jahr 2018 70.000 Start-ups. Im Jahr zuvor waren es 60.000. Überdies stellt der Report fest, dass bei einer durchschnittlichen Teamgröße von 1,8 aktuell rund 129.000 aktive Gründerinnen und Gründer hinter diesen Start-ups stehen. Aber warum ist ein optimaler Versicherungsschutz für Start-ups unverzichtbar?   

Gefahren kennen

„Der Gründer hat mit viel Engagement seine Unternehmung angeschoben und ist dabei diese erfolgreich zu machen. Umso ärgerlicher wäre es, wenn fehlender Versicherungsschutz der Stolperstein einer guten Geschäftsidee wird. Die Früchte der Arbeit gilt es noch zu ernten. Für Gründer schafft passender Versicherungsschutz zumindest Sicherheit vor versicherbaren Gefahren bis zum möglichen Exit“, antwortet Mirko Theine, Senior Manager der Unternehmensberatung zeb.

Folglich sollte, wie bei jedem anderen Unternehmen auch, ein Basispaket an Sach- und Haftpflichtschutz vorhanden sein. Der Senior-Manager von zeb empfiehlt daher folgende Vorgehensweise: „Es gilt sorgsam auszutarieren, in welcher Phase des Start-ups welcher Versicherungsschutz erforderlich ist. Gerade zu Beginn sind Worst-Case Absicherungen erforderlich, damit der Zug nicht zum Halten kommt, bevor das Ziel erreicht ist.“ Einzige Erschwernis ist jedoch, dass zu Beginn einer Unternehmensgründung die finanziellen Mittel für einen effektiven Versicherungsschutz oftmals fehlen.

Für den Unternehmer Reinhold Eder und Gründer dreier Start-ups steht dagegen fest: „Die wichtigste Versicherung für jedes Start-up ist eine Betriebshaftpflichtversicherung, die Produktmängel und das mögliche Fehlverhalten von Beschäftigten berücksichtigt. Sobald der Gründer im Warenhandel tätig ist, sollte dieser außerdem über eine Transportversicherung nachdenken.“ Darüber hinaus empfiehlt auch er den Abschluss einer Inhaltsversicherung, „weil eine Gebäudeversicherung bei Feuer oder Hochwasser nur die Lagerhalle, nicht jedoch die Geschäftsausstattung oder die gelagerten Waren ersetzt.“ Theine ergänzt: „Auch eine Keyman- oder Schlüsselkraft-Absicherung könnte in der Anfangsphase, in dem der Erfolg des Start-ups noch von einem kleinen Gründerteam abhängig ist, sinnvoll sein.“  

Seite 1: Worst-Case-Absicherungen zu Beginn
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