So klappt es mit der automatisierten Finanzanlage

Finanzanlagenvermittlung Berater von Oliver Lepold

Ein Robo-Advisor digitalisiert den Service einer Vermögensverwaltung und automatisiert so die Geldanlage. Die Funktionsweise beruht auf modernen Algorithmen und umfangreichen historischen Daten. So entwickelt ein Robo-Advisor Anlageempfehlungen und trifft Entscheidungen. Durch die Nutzung günstiger Anlageklassen wie ETFs sind zudem die Konten im Vergleich zur traditionellen Vermögensverwaltung weitaus günstiger.

Mit dem Robo-Adivsor Vermögenverwaltungen digitalisieren und Geldanlagen automatisieren.

Mit dem Robo-Adivsor Vermögenverwaltungen digitalisieren und Geldanlagen automatisieren. Bild: Adobe Stock/Feodora

Mittlerweile hat sich ein vielfältiges Angebot an Robo-Advisor-Angeboten auf dem Markt etabliert. Dabei existieren zwei Varianten: Der Anleger erhält entweder eine Beratungssoftware, mit der er sich selbst eine geeignete Asset Allocation zusammenstellen kann oder er bekommt gleich eine komplette Investmentlösung.

Wie funktioniert dies konkret? Welche Fragen muss ein Anleger auf dem Weg zum Musterdepot beantworten? Spielen wir das online anhand eines Musterkunden (männlich, 50 Jahre, Anlagehorizont 20 Jahre, Anlagesumme 100.000 Euro, moderate Anlageerfahrung) anhand zweier verschiedener Robo-Advisor-Angebote durch.

Liqid – das passiv gemanagte Portfolio

Liqid setzt eine Mindestanlagesumme von 100.000 Euro voraus und bittet den Kunden online zunächst um eine Selbsteinschätzung – ist der Anleger sicherheitsorientiert, konservativ, ausgewogen oder wertorientiert? Dies dient der Risikoeinstufung. Dann kann der Anleger angeben, ob er eine eiserne Reserve aus der zur Verfügung stehenden Summe festlegen möchte, die eventuell kurzfristig für Rücklagen etc. benötigt wird. Es folgen Fragen zur Erfahrung mit Vermögensberatern und dem bisher verwalteten Vermögen.

Wir geben „ausgewogen“ ein und können die Risikoklasse entweder selbst festlegen oder durch weitere Fragen in einem Anlegertest bestimmen lassen. Die Risikoklassen liegen in Zehner-Schritten zwischen 10 und 100 und entsprechen dem langfristigen Anteil an Aktien und aktienähnlichen Anlagen im Portfolio. Unser Musteranleger landet bei 50 Prozent.

Dann muss der Anlagestil bestimmt werden. Liqid bietet hier verschiedene Portfolien an. Da unserem Musteranleger auch nachhaltige Standards wichtig sind, erhält er als Vorschlag „Liqid Global Impact50“, ein auf ETF-Basis, nach nachhaltigen Kriterien, passiv gemanagtes Portfolio.

Bei einer Verwaltungspauschale von 0,5 Prozent und einer projizierten Rendite von 3,8 Prozent pro Jahr weist dieses Musterportfolio eine Volatilität von 10,5 Prozent aus. Es besteht zu 50 Prozent aus Aktien, zu 45 Prozent aus Anleihen und zu 5 Prozent aus Gold. Der Aktienanteil unterteilt sich weiter in Aktien Pazifik (4,22%), Aktien Europa (10,21%), Aktien Nordamerika (13,25%) und Aktien Schwellenländer (17,31%).

Quirion – Wahl zwischen Vermögensaufbau oder Altersvorsorge

Bei quirion wird der Anleger zunächst gefragt, ob die Anlage zwecks Vermögensaufbau oder Altersvorsorge dient. Dann findet auch hier eine Abfrage der Risikobereitschaft zwischen gering, durchschnittlich, überdurchschnittlich oder sehr hoch statt. Die vier Kategorien werden auf Wunsch näher erläutert. Wir wählen Altersvorsorge und „durchschnittlich“. Danach werden Angaben zum bisherigen Vermögen, dem aktuellen Einkommen und den monatlichen Ausgaben erhoben.

Quirion fragt dann, um wie viel die Anlage von 100.000 Euro im Wert dauerhaft sinken darf, bevor man sich finanziell einschränken muss? Wir geben einen maximalen Verlust von 10 Prozent ein und erhalten dann die Wahl aus drei Risiko-Rendite-Profilen. Nachdem wir bestätigt haben, von den Risiken Kenntnis genommen zu haben, kann man auswählen, ob man die Anlage vollständig ohne Berater oder mit einem menschlichen Berater im Hintergrund vornehmen möchte. Das ist auch eine Kostenfrage.

Die automatisierte Variante kostet 0,48 Prozent pro Jahr (wobei die ersten 10.000 Euro kostenfrei sind), geht es um Altersvorsorge und Nachhaltigkeit sind es 0,68 Prozent p.a. Möchte man einen Berater miteinbeziehen, bezahlt man 0,88 Prozent. Wir entscheiden uns für die automatisierte Variante. Es folgt der komplette Anlagevorschlag, der auf ETF-Basis Aktien und Anleihen mischt und wie folgt aussieht:

Derartige Musterportfolien sind nach Beantwortung der Fragen zur Selbsteinschätzung mit überschaubarem Zeitaufwand auf Knopfdruck zu erhalten. Probieren Sie es aus.

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