PKV: Worüber sich die Kunden ärgerten

Versicherungen Top News von Martin Thaler

Die Zahl der Beschwerden beim PKV-Ombudsmann ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück – einem BGH-Urteil sei Dank. Was 2019 dennoch für Frust bei den Kunden sorgte.

Deutlicher Rückgang bei PKV-Beschwerden

Die Zahl der Beschwerden beim PKV-Ombudsmann nahm im vergangenen Jahr merklich ab. Bild: Adobe Stock/farbkombinat

Beim PKV-Ombudsmann normalisiert sich die Lage wieder: War im vergangenen Jahr die Zahl der eingegangenen Beschwerden sprunghaft in die Höhe gestiegen, pendelte sie sich 2019 wieder auf dem in den Vorjahren üblichen Niveau ein. Dies geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht von PKV-Ombudsmann Heinz Lanfermann hervor. Im vergangenen Jahr gingen insgesamt 5.953 Beschwerden ein – im Vorjahr waren es noch rund 1.400 Beschwerden bzw. 18 Prozent mehr gewesen (siehe Grafik).

 

Der starke Anstieg im Vorjahr war vor allem auf PKV-Kunden zurückzuführen gewesen, die die Berechtigung von Beitragsanpassungen in ihrer Krankheitskostenvollversicherung angezweifelt hatten. Stein des Anstoßes war dabei ein Urteil des Amtsgerichts Potsdams gewesen, dass die PKV-Beitragserhöhungen der Axa für die Jahre 2000 bis 2013 für ungültig befunden hatte. Das Gericht hatte hierbei die Unabhängigkeit des für Beitragsanpassungen zuständigen Treuhänders in Frage gestellt. Weitere Urteile folgten, die dem Potsdamer Urteil folgten bzw. im Gegensatz zu diesem standen: Die Rechtsunsicherheit stieg. Im Dezember 2018 hatte der Bundesgerichtshof schließlich entschieden, dass die Überprüfung der Unabhängigkeit von Treuhändern in der privaten Krankenversicherung keine Aufgabe von Zivilgerichten ist und das Kapitel damit abgeschlossen.

Beitragserhöhungen größtes Ärgernis

Nur noch 250 Beschwerden (6,2 Prozent aller Fälle) beim Ombudsmann drehten sich 2019 noch um das Thema Beitragserhöhungen (siehe Grafik). Zum Vergleich: 2018 waren Beitragsanpassungen mit Abstand das wichtigste Beschwerdethema – insgesamt 1.504 (27,9 Prozent aller Fälle) PKV-Kunden wendeten sich hierzu an die Schlichtungsstelle.

 

Den Spitzenplatz mit insgesamt 828 Beschwerden nahmen 2019 stattdessen Meinungsverschiedenheiten über die Abrechnung ärztlicher sowie zahnärztlicher Leistungen ein – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (698).

Auch mit Fragen im Bezug auf die medizinische Notwendigkeit einzelner Behandlungsmaßnahmen wandten sich die PKV-Kunden relativ häufig an den Ombudsmann (insgesamt 673 Fälle). Hierunter fallen unter anderem alle Anträge, die sich auf die Erstattungsfähigkeit von Heilbehandlungen und Krankenhausaufenthalten beziehen.

Ein großer Teil der Beschwerden, insgesamt 31,7 Prozent aller Fälle, drehte sich zudem um „weitere Themen“. Hierunter summierte der Ombudsmann Anträge zu Anzeigepflichtverletzungen, Risikozuschlägen, Leistungszuschüssen sowie Tarifwechseln.

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