Leben: ZZR steigt trotz Korridormethode wieder an

Berater Versicherungen Florian Burghardt

Die Studienautoren haben verschiedene Szenarien kalkuliert, die den ZZR-Bedarf in den nächsten 10 Jahren veranschaulichen sollen. Im wahrscheinlichsten Fall, dem Basis-Szenario mit einem sich seitwärts entwickelnden Zinsniveau, müssten für LV-Verträge mit der aktuellen Höchstrechnungszins-Generation von 0,90 Prozent bereits ab dem Jahr 2028 Reserven zur Erfüllung des Garantiezins gebildet werden.

Bis in Jahr 2030 müsste die Branche demzufolge 150 Milliarden Euro an ZZR-Mitteln aufbauen. Mit diesem Betrag hatten die Analysten auch unter alten Bedingungen, also ohne die Korridormethode gerechnet, was die Macht des weiter sinkenden Zinsniveaus verdeutlicht. Aktuell befinden sich marktweit 75 Milliarden Euro im ZZR-Topf.

Wenig attraktiv für externe Kapitalgeber

Ärgerlich: Um die nötigen ZZR-Mittel aufzubringen, müssen viele Unternehmen weiterhin Teile ihrer deutlich besser verzinsten Bewertungsreserven auflösen. Gleichzeitig ist es für Investoren unattraktiv, neues Kapital in die Lebensversicherer zu stecken.

Hoffnung machen die Pläne zur Änderung der Mindestzuführungsverordnung. Kapitalgeber sollen ihren Finanzierungsbeitrag dann sukzessive zurückerhalten können, falls er nicht benötigt wird. „Dies würde Kapitalspritzen von außen erleichtern und die Absicherung der Zinsgarantien auf breitere Füße stellen, weil die Reserve dann nicht mehr zwangsläufig aus Versichertengeldern gestellt werden muss, so Heermann.

Zudem erhoffen sich die Lebensversicherer eine regulatorische Erleichterung durch eine erneute Absenkung des Höchstrechnungszinses. Hier wird ganz überwiegend eine Senkung auf 0,50 Prozent zum 1. Januar 2021 erwartet.

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