Leben: ZZR steigt trotz Korridormethode wieder an

Berater Versicherungen Florian Burghardt

Weil sich das Zinsniveau so negativ entwickelt, wird die Zinszusatzreserve die Lebensversicherer stärker als erwartet belasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Assekurata-Studie. Zwei neue Maßnahmen sollen Erleichterung bringen.

Der Druck steigt wieder: Das niedrige Zinsniveau zwingt die Lebensversicherer zur Bildung immer höherer Reserven.

Der Druck steigt wieder: Das niedrige Zinsniveau zwingt die Lebensversicherer zur Bildung immer höherer Reserven. Bild: Adobe Stock/davstudio

Im Geschäftsjahr 2019 haben die Lebensversicherer 9,5 Milliarden Euro in die Zinszusatzreserve (ZZR) eingestellt. Im Jahr 2018 waren es nur 6 Milliarden Euro gewesen. Zu diesem Ergebnis kommt die Rating-Agentur Assekurata in ihrer aktuellen Marktstudie zu Überschussbeteiligungen und Garantien von Lebensversicherern. Die 47 teilnehmenden Unternehmen verfügen nach Prämieneinnahmen über einen Marktanteil von 79 Prozent.

Im Jahr 2018 waren die Lebensversicherer durch die neu eingeführte Korridormethode entlastet worden. Diese sollte die ZZR-Abführungen eigentlich längerfristig senken. Doch der Anstieg bereits im Folgejahr hätte, den Analysten zufolge, gezeigt, dass die zuletzt weiter gefallenen Marktzinsen den Effekt der Korridormethode aufheben würden.

So war der Referenzzins, der den brancheneinheitlichen Maßstab für die ZZR-Dotierung darstellt, im vergangenen Jahr um 17 Basispunkte auf 1,92 Prozent gesunken. „Damit befinden sich alle Tarifgenerationen mit einem Garantezins von 2,25 Prozent und höher in der Nachreservierung“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata. Im Jahr 2018 hatte der Rückgang „nur“ bei 12 Basispunkten gelegen.

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