Kfz-Telematik: Großes Potenzial oder laues Lüftchen?

Versicherungen Digital Florian Burghardt

Seit Jahren wird den Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung großes Potenzial bescheinigt. Doch wie ist es um die Abschlussbereitschaft der Kunden bestellt? Eine Studie mit knapp 2.000 Befragte ist dem nachgegangen.

Gerade Männer unter 25, die in der klassischen Kfz-Versicherung als besonders schadenträchtig gelten, erhoffen sich von Telematik-Tarifen Prämiennachlässe.

Gerade Männer unter 25, die in der klassischen Kfz-Versicherung als besonders schadenträchtig gelten, erhoffen sich von Telematik-Tarifen Prämiennachlässe. Bild: Pixabay

Telematik-Tarifen wird innerhalb der Kfz-Versicherung weiter großes Potenzial attestiert. Allerdings wächst der Bestand an den modernen Versicherungen, die ihren Nutzern bei sicherem Fahrverhalten einen Beitragsnachlass versprechen, nur langsam. Vermittler berichten zudem davon, dass die neuen Produkte im Kfz-Wechselgeschäft nicht als Beratungsargument taugen.

Dabei ist die Anzahl der potenziellen Telematik-Kunden anscheinend hoch. Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Sirius Campus halten es 10 Prozent der 1.979 befragten Kfz-Versicherungsnehmer für wahrscheinlich, eine Telematik-basierte Kfz-Police erstmals abzuschließen beziehungsweise dies erneut zu tun. Allerdings gestanden auch 45 Prozent aller Befragten ein, noch nie von Telematik gehört zu haben. Hochgerechnet auf die rund 40 Millionen Kfz-Versicherungsnehmer in Deutschland ergibt sich aber eine Zielgruppe von rund 4 Millionen Kunden.

Beitragsersparnis und Bedenken

Diese sind, den Studienergebnissen zufolge, überwiegend junge Männer bis 25 Jahre. Ob aber gerade sie sich durch Telematik-Tarife eine relevante Beitragsersparnis „erfahren“ können, ist fraglich. Schließlich wird diese Kundengruppe in den klassischen Kfz-Tarifen seit Jahrzehnten als gefährlichste eingestuft und deshalb in den meisten Fällen mit Prämienzuschlägen bedacht.

Von den abschlussbereiten Befragten nannten 81 Prozent die mögliche Beitragsersparnis als Vorteil von Telematik-Tarifen. Aktiviert würde ihre Aufmerksamkeit ab einem Einsparpotenzial von 100 Euro beziehungsweise 20 Prozent des Regeltarifes. Zudem befürworten sie die Idee einer individuellen Tarifierung anstelle der „starren Schadenfreiheitsklassen“.

Allerdings gibt es, den Studienautoren zufolge, auch Misstrauen hinsichtlich der Datenauswertung und des Datenschutzes. Eine andere Umfrage hatte im vergangenen September ergeben, dass mehr als die Hälfte der Menschen nicht akkurate Messungen befürchtet. Außerdem besteht die Angst, die erhobenen Daten könnten gegen sie verwendet werden.

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