Immobilien: Historischer Preisanstieg bei Gewerbe

Investmentfonds Stefan Terliesner

Im Markt für Gewerbeimmobilien steigen die Preise noch schneller als bei Wohnungen. Selbst die Konjunkturflaute bremst den Aufschwung bisher kaum. Mit Fondsinvestments nehmen Anleger teil.

Gewerbeimmobilien Büromiete

Historischer Boom bei Gewerbeimmobilien: Wie Anleger davon profitieren können. Bild: Adobestock / jozefmicic

Der Boom ist historisch: Der gewerbliche Immobilienmarkt in Deutschland befindet sich in der längsten Aufschwungphase seit der Wiedervereinigung. Bedingt durch niedrige Zinsen und ein positives konjunkturelles Umfeld, zeigt sich seit 2008 ein dynamischer Verlauf. Mit einem Investitionsvolumen von 57,3 Milliarden Euro inklusive gewerblicher Wohninvestments in den ersten neun Monaten setzt sich diese Entwicklung im laufenden Jahr fort. Dies berichtet der Immobilienfinanzierer DZ Hyp.

Büros kosten fast 9 Prozent mehr

Und der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (VDP) hat von Januar bis September 2019 weiter steigende Preise beobachtet. Gewerbeimmobilien verteuerten sich um 5,9 Prozent und damit etwas stärker als die der Wohnimmobilien. Bereits in den drei Jahren zuvor sind die Preise jeweils um rund 6 Prozent gestiegen. Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei Büros. Im Gewerbeimmobilienmarkt nehmen sie eine dominante Rolle ein – weit vor Einzelhandels-, Logistik- und Hotel-Immobilien. Laut VDP verteuerten sich Büros um 8,8 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. „Der Büromarkt wird unverändert von einer hohen Flächennachfrage bestimmt, die anscheinend auch nicht durch die schwache Konjunktur gebremst wird“, schreibt Franz Eilers, Leiter Marktforschung beim VDP, in einem Bericht zum Verlauf des dritten Quartal 2019.

Weil das Angebot an Objekten knapp sei, seien in der Folge auch die Neuvertragsmieten für Büroflächen um 6,8 Prozent gestiegen. Das ist schön für Vermieter und deren Kapitalgeber, also auch offene und geschlossene Immobilienfonds, die an Privatanleger vermittelt werden. Der Grund: Die Mieteinahmen sind neben einem eventuellen Verkaufserlös die wichtigste Renditequelle für die Fonds. Laut CBRE Research sind die Spitzenrenditen für Büroobjekte zwar weiter zurückgegangen, liegen aber im Durchschnitt der Top-7-Städte immer noch bei relativ hohen 3,01 Prozent. Die attraktivste Verzinsung erzielen Investoren in Stuttgart mit 3,25 Prozent, die niedrigste in Berlin mit 2,80 Prozent. Weitere Top-7-Städte sind Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München. Die weiterhin leicht sinkenden Renditen könnten freilich ein erster Hinweis auf Veränderungen im Markt sein.

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