GKV: Die Kassen mit dem größten Minus

Versicherungen Martin Thaler

Nach Jahren voller Überschüsse verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen 2019 wieder deutliche Verluste. Für GKV-Kunden könnte es demnächst wieder teurer werden.

Krankenkassen verzeichnen Minus

Die Krankenkassen rutschten im vergangenen Jahr ins Minus. Bild: Adobe Stock/slasnyi

Die Jahre der Überschüsse für die Gesetzlichen Krankenkassen scheinen erst einmal vorbei zu sein: Laut Berechnungen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) erwirtschafteten die Krankenkassen im vergangenen Jahr ein Minus in Höhe von 1,6 Milliarden. Die Angaben stützen sich dabei auf Erhebungen der fünf Verbände unter ihren Mitgliedskassen. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatten die Kassen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch ein Plus von zwei Milliarden Euro erzielt.

Dass die Krankenkassen trotz Rekordeinnahmen einen so hohen Negativsaldo erzielten, liegt nach Angaben von Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), an den „rasant steigenden Ausgaben“. Hierfür zeichnete sich in erster Linie die Politik verantwortlich, die mit Initiativen wie dem Terminservicegesetz oder dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz laut Pfeifer in diesem Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von fünf Milliarden Euro verursache.

Besonders deutlich fiel das Minus dabei beim Verband der Ersatzkassen aus, der 2019 insgesamt einen Fehlbetrag in Höhe von 859 Millionen verzeichnete. 2018 hatte hier noch ein Plus von 561 Millionen Euro in den Büchern gestanden.

Deutlich fiel mit 295 Millionen Euro auch das Minus bei den Betriebskrankenkassen (2018: + 198 Millionen Euro) aus. Auch bei den Innungskassen wurde aus dem Überschuss des Vorjahres (+ 77 Millionen Euro) ein satter Verlust in Höhe von minus 231 Millionen Euro.

Die AOK verzeichnete einen Rückgang von beinahe 1,1 Milliarden Euro 2018 auf minus 122 Millionen Euro.Die Knappschaft Bahn-See verbuchte 2019 einen Verlust in Höhe von 58 Millionen Euro, nachdem 2018 noch einen Gewinn von 91 Millionen Euro verzeichnet worden war.

Höhere Zusatzbeiträge wahrscheinlich

Dass die Kassen die Verluste an ihre Kunden weitergeben, ist wahrscheinlich. GKV-Vorsitzende Pfeiffer schloss eine Erhöhung der Zusatzbeiträge nicht aus – wenn auch nicht in diesem Jahr. 2020 können die Kassen nämlich noch einen Teil ihrer beträchtlichen Rücklagen auflösen – im kommenden Jahr sind Erhöhungen dann aber zu erwarten.

Auch für Makler kann das Themenfeld GKV interessant sein, wird von den meisten Vermittler jedoch links liegen gelassen. Wertet man die Nutzerdaten der Onlinemesse profino aus, verfügen gerade einmal 13,2 Prozent aller Nutzer nach eigenen Angaben über Expertise im Bereich der Gesetzlichen Krankenversicherung.

Dabei können Makler die GKV als Türöffner gegenüber ihren Kunden nutzen. Wer seine Kunden kompetent beim Kassenwechsel berät, kann seinen Kunden hohe Ersparnisse ermöglichen. Diese können dann wiederum in private Krankenzusatzversicherungen investiert werden, um den eigenen Krankenschutz auszubauen, beispielsweise durch Schließung der gesetzlichen Krankentagegeldlücke.

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