Geldanlagen für jeden Anleger ein grüner Hebel

Investmentfonds von STEFAN TERLIESNER

Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Anlagethema zu einem Grundsatz unternehmerischer Entscheidungen. Mit Impact Investing können Anleger auch große Firmen zu nachhaltiger Denke zwingen.

Mit nachhaltigen Investments kann man Unternehmen "grüne Daumenschrauben" anlegen.

Mit nachhaltigen Investments kann man Unternehmen "grüne Daumenschrauben" anlegen. Illustration: Eleonora Mavromati

Alle reden vom Klima. Und fast alle erheben Forderungen an andere. Dabei kann jeder Einzelne als Anleger einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Wie? Indem man Anteile an einem Aktienfonds kauft, der gezielt in nachhaltig wirtschaftende Unternehmen investiert. Wirkungsvolle Investitionen nennen das die Fachleute, oder auf Englisch weniger sperrig: Impact Investing.

Unabhängige Experten

Dem Trend geschuldet sprechen Finanzanlagenvermittler mit Kunden vermehrt über nachhaltige Investmentfonds. Vehikel dafür gibt es genug. Am ökologischsten ausgerichtet sind laut Verbraucherschützern der Ökoworld-Fonds und der Steyler-Fonds. Der Ökoworld-Fonds ist seit 1992 mit einem unabhängigen Anlageausschuss ausgestattet. In dem Gremium sitzen Verstreter von Umwelt-, Menschenrechts- und Verbraucherorganisationen. Das Fondsmanagement darf nur in Firmen investieren, die aufgrund der in den Fondsbedingungen festgelegten sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien in das Anlageuniversum aufgenommen wurden.

Das Beispiel Ökoworld zeigt, wie wirkungsvolles Investieren funktioniert: Unternehmen, die den Ansprüchen nicht genügen, bleibt der Zugang zum Kapital des Fonds verwehrt. Inzwischen setzen immer mehr Anlagegesellschaften das Geld ihrer Kunden als effektives Druckmittel ein, um bei Managern von Unternehmen Verhaltensänderungen herbeizuführen. „In der richtigen Geldanlage steckt für jeden Anleger ein enorm grüner Hebel“, sagt Richard Schmidt, Co-Fondsmanager des DWS Concept DJE Responsible Invest. Investoren wie DJE würden Schwächen in Sachen Nachhaltigkeit gegenüber Führungskräften thematisieren. So könnten direkt Veränderungsimpulse bei Unternehmern bewirkt werden.

Umverteilung von Kapital

Mit Interesse dürften zahlreiche Unternehmenslenker rund um den Globus auch die aktuelle Botschaft von Larry Fink, Chef von BlackRock, dem größten Vermögensverwalter der Welt, gelesen haben. Alljährlich verschickt er einen Brief an Top-Manager. Diesmal fordert er sie zu nachhaltigem Wirtschaften auf. Wer dem nicht nachkomme, müsse mit unangenehmen finanziellen Folgen rechnen. „Schon bald – und früher als von den meisten erwartet – wird es zu einer erheblichen Umverteilung von Kapital kommen“, schreibt Fink.

Tatsächlich verfügt BlackRock über großen Einfluss. Die US-Gesellschaft verwaltet ein Vermögen von sieben Billionen Dollar und ist an den meisten DAX-Unternehmen beteiligt. Fink kündigte an, die nachhaltigen Anlagen binnen eines Jahrzehnts von derzeit 90 Milliarden auf mehr als eine Billion Dollar zu steigern. Dass BlackRock zu den größten Investoren in Ölkonzernen gehört, wie das Analysehaus Ipreo jetzt laut „Börsen-Zeitung“ festgestellt hat, erwähnte Fink nicht. Aber vielleicht ändert sich das ja ab jetzt.

Seite 1: Grüner Hebel für jeden Anleger
Seite 2: Mahnung der Versicherer

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare