Geldanlage: So klappt die Flucht aus Nullzinsland

Berater Investmentfonds Florian Burghardt

Immer mehr Sparer werden aus ihren gutverzinsten Altverträgen gekegelt. Doch zum Versauern auf dem Girokonto gibt es Alternativen für das Ersparte. Wie Vermittler ihre Kunden von Aktien, Fonds und Co. überzeugen können.

In welche Geldanlagen können sich Sparer vor Nullzinsen flüchten?

In welche Geldanlagen können sich Sparer vor Nullzinsen flüchten? Bild: Pixabay

Der klassische Sparer hat es schon lange nicht mehr leicht. Seit Jahren sinken die Guthabenzinsen auf Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten. Wohl dem, der schon vor langer Zeit einen Banksparvertrag mit hohen Festzinsen und Prämiensystem abgeschlossen hat – könnte man meinen.

Doch die Realität sieht anders aus. Immer wieder ist zu lesen, dass Sparkassen fünfstellige Anzahlen solcher Prämiensparverträge kündigen. Allein in diesem wurden solche Vorhaben zum Beispiel von der Sparkasse Duisburg (11.500 Verträge) und von der Sparkasse Krefeld (12.500 Verträge) vermeldet. Sehr wahrscheinlich werden bald noch weitere folgen.

EZB-Geldpolitik soll Schuld sein

Möglich macht dies ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom Mai letzten Jahres, allerdings mit einigen Einschränkungen. Entscheidend ist unter anderem, dass bereits die höchste Prämienstufe der Verträge erreicht ist – in den meisten Fällen ein Minusgeschäft für die Geldinstitute. Ab hier können sie die Reißleine ziehen, die sie aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank für nötig erachten.

Diese Geldpolitik mit Strafzinsen von 0,5 Prozent auf die Einlagen der Banken hatte gestern auch Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2019 angesprochen. Denn trotz eines Anstiegs bei den vergebenen Krediten (9,2 Prozent) war das Betriebsergebnis um 5,2 Prozent zurückgegangen.

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