Geld richtig anlegen: Von Versicherern lernen

Finanzanlagenvermittlung Investmentfonds Michael Fiedler

Vermögensaufbau oder Altersvorsorge: Wie soll das in Zeiten von Niedrigzinsen funktionieren? Auf welche Geldanlagestrategien Versicherer setzen und was Privatanleger davon lernen können.

Geldanlage: Von Versicherern lernen

In Sachen Geldanlage kann man sich von Versicherern einiges abschauen. Bild: Adobe Stock/pressmaster

Handelskrieg, Brexit, Corona und seit Jahren Niedrigzinsen: Eine Gemengelage, die auch an den Börsen zu beobachten ist.
Doch die unruhigen Märkte betreffen auch Versicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke. Wie sich diese institutionellen Anleger auf die veränderten Bedingungen am Kapitalmarkt einstellen, lässt sich zum Beispiel an den Statistiken des Branchenverbands BVI ablesen. So verdoppelte sich das verwaltete Vermögen in der Anlageklasse offener Spezialfonds in den letzten zehn Jahren auf 1.875 Milliarden Euro. Den Löwenanteil an dieser Entwicklung können Versicherer und Altersvorsorgeeinrichtungen für sich verbuchen: Sie legten bis Ende 2019 1.159 Milliarden Euro in Spezialfonds an – das entspricht einem Anteil von 62 Prozent des Spezialfondsvermögens. Vor zehn Jahren lag dieser Wert bei 54 Prozent. Insbesondere die Altersvorsorgeeinrichtungen wie Versorgungswerke und Pensionskassen haben an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil stieg von 19 Prozent Ende 2009 auf 29 Prozent.

Das kann man als Zeichen dafür lesen, dass auch institutionelle Anleger verstärkt ins Risiko gehen müssen. Der Weg über Spezialfonds dürfte aber den meisten Privatanlegern versperrt bleiben, finden sich hier doch Mindesteinlagen von einer Million Euro oder mehr.

Mischfonds: Als Alternative geeignet?

Aus Sicht der Privatanleger können Mischfonds eine ähnliche Funktion im Portfolio erfüllen, wie die Spezialfonds im Portfolio der institutionellen Anleger. Sie investieren chancenreicher und vermeiden zu hohe Risiken das Umschichten von Kundengeldern. Unterschieden wird zwischen aggressiven und flexiblen Mischfonds. Dabei geht es um das Mischungsverhältnis verschiedener Anlageklassen innerhalb des Fonds. Bei „vorsichtigen“ Fonds sind die Anteile bei Renten- oder Geldmarkt höher; „aggressive“ Fonds investieren einen größeren Anteil in Aktien oder z.B. Gold.

Die besten Mischfonds

Doch welche Fonds konnten die beste Performance im Drei-Jahres-Schnitt aufweisen? In der Gruppe der global agierenden Mischfonds (aggressiv) liegt der „Global Income Interest / Dividend Dis“ (WKN: HAFX3E) mit 9,9 Prozent ganz vorn. Gefolgt vom Gothaer-Global (WKN: 977015) mit 9,5 Prozent und dem „Quint: Essence Strategy Dynamic B“ (WKN: 974561).

Im Bereich der global agierenden Mischfonds (flexibel) sieht die Verteilung der besten Fonds nach Performance der letzten drei Jahre so aus:

  1. „P&R – Real Value“ (WKN: A1J8CF) mit 15,4 Prozent
  2. „VM Long Term Value” (WKN: A1J17U) mit 14,8 Prozent
  3. „Sellern Global Trust A” (WKN: 973105) mit 14,0 Prozent

Makler und Altersvorsorge

Was können Finanzanlagenvermittler und Makler jetzt in der Beratung tun?
Zunächst sollte klargemacht werden, welche Marktmechanismen derzeit greifen: Märkte sind in Bewegung und schwanken auch. Sparpläne können davon sogar profitieren, weil sie mehr Anteile in fallenden Phasen erwerben. Ist das Sparziel, die Vorsorgelücke zu schließen, klar formuliert, wird auch klar, dass ein langfristiger Anlagehorizont erforderlich ist. Das verlangt Disziplin und Durchhaltevermögen. Lohnt sich aber: Denn über den langen Anlagezeitraum werden Risiken relativiert.

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