BU: Eine Frage der Organisation?

Versicherungen von CARLA FRITZ

Verzicht besser als Zubrot

Wie komplex das Thema ist und wie entscheidend die Klausel für den Betriebsinhaber sein kann, macht ein Gerichtsurteil deutlich, auf das Heidekamp verweist. Beim erstmaligen Bezug der BU-Rente hatte der betreffende Handwerksbetrieb demnach insgesamt drei Mitarbeiter einschließlich des Inhabers. Bei der Nachprüfung waren es – infolge guter Auftragslage – nunmehr sechs. Deshalb sahen die Richter des OLG Dresden eine Umorganisation des Betriebs als zumutbar an. Selbst dann, wenn der Handwerker deshalb seine Ehefrau als Bürokraft entlassen muss, um ihre Aufgaben zu übernehmen.

„Mit einer guten Umorganisationsklausel beziehungsweise Umorganisationsverzicht wäre dem Unternehmer der Gang vor Gericht und erst recht dieser Ausgang erspart geblieben“, zeigt sich Heidekamp überzeugt. Da ist die Umorganisationshilfe von häufig sechs Monatsrenten, die einige Gesellschaften anbieten, nach seinen Worten allenfalls ein kleines Zubrot, das beim Tarifvergleich nicht sonderlich ins Gewicht fällt.

Gerade dann, wenn es Spitz auf Knopf steht, sei die klare Begrenzung der zumutbaren Umorganisationskosten viel wichtiger. Hier gibt es beispielsweise bei HDI eine Sonderregelung für einmalige Aufwendungen. „Damit weiß man immer genau, woran man ist und was auf einen zukommt“, urteilt Heidekamp. Um so detailliert zu beraten, müsse der Makler jedoch tief ins Vertragswerk einsteigen. Damit könne er sich auch gegenüber Rating- und Plattformanbietern profilieren, die diesen Aspekt nach seiner Einschätzung in ihren Vergleichen – wenn überhaupt – eher am Rande behandeln.

Selbstständigen sei die Bedeutung der Umorganisationsklausel oft nicht bewusst, weiß Mayer aus ihrer Beratungspraxis. „Und Vermittler reden auch eher selten darüber.“ – Das sollte sich ändern lassen.

Die vollständige Version inklusive Zusatzmaterial lesen Sie in der Print-Ausgabe 01/2020 der procontra.

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