Betriebsrente: Wie Versorgungswerke dem Niedrigzins trotzen

Berater Top News Detlef Pohl

In einem Versorgungswerk bündeln mehrere Unternehmen die betriebliche Altersversorgung (bAV) für ihre Mitarbeiter. Das verbessert die Konditionen und wirkt sich positiv auf die Gesamtverzinsung aus. Wie drei namhafte Versorgungswerke abschneiden.

Metallrente-Chef Heribert Karch hält nichts davon, immer neue Vorsorge-Ideen in die öffentliche Debatte zu werfen – heißen sie nun Starter-Kit, Deutschlandrente, Extrarente oder Bürgerfonds. Bild: Pohl

Im Einkauf liegt bekanntlich der Gewinn. Das gilt auch für betriebliche Versorgungswerke, in denen viele Firmen die Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter organisieren. Dies lässt sich unter dem Dach eines Tarifvertrags leicht bewerkstelligen. Von den Konditionen profitiert jeder Beschäftigte sowie in der Regel auch dessen Familienangehörige (procontra berichtete).

Eigenbeiträge des Arbeitnehmers zur bAV fördert der Staat seit 2002 im Rahmen der Entgeltumwandlung. Zu dieser Zeit entstanden auch die heute großen Versorgungswerke wie Metallrente für alle Beschäftigten Metall- und Elektronikindustrie und die Klinikrente für Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Andere berufsständische Versorgungswerke wie zum Beispiel für Apotheker, Ärzte oder Juristen, haben ihre solidarischen Versicherungseinrichtungen ebenfalls um die Altersvorsorge erweitert.

Metallrente hat die größte Einkaufsmacht

Die größte Einkaufsmacht hat die Metallrente, bei der die Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gleichberechtigte Alleingesellschafter sind. Heute organisieren über 46.000 Firmenkunden mit mehr als 786.000 Verträgen (2019: + 86.400), die 2019 erstmals über 100 Millionen Euro jährlichen Neubeitrag beigesteuert haben, ihre bAV über die Metallrente GmbH.

Das größte industrielle Vorsorgewerk in Deutschland verzeichnet ein Wachstum im Bestand für Verträge zur kapitalgedeckten Altersversorgung von zehn Prozent. Damit die Risiken eines so großen Kollektivs auf mehrere Schultern verteilt werden, arbeitet das Versorgungswerk mit einem Konsortium an Versicherern zusammen, aktuell mit Allianz, Ergo, R+V und Swiss Life, deren Produkte auch Makler vermitteln.

Gerade der Metall-Pensionsfonds überzeuge dank moderner Kapitalanlage und guter Verzinsung. Der Zuwachs lag 2019 mit über 14.400 Neuverträgen 36 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die jährliche Performance von 5,9 Prozent (Anlagestrategie Dynamik) seit Auflage 2003 zeige, dass „Sparbuch, Tages- oder Festgeld keine Alternativen mehr sind für alle, die verlässlich für ihr Alter vorsorgen wollen“, erklärt Metallrente-Geschäftsführer Heribert Karch.

Die bAV erziele aufgrund ihrer Kombination von tarifvertraglichen Leistungen, Arbeitgeberzuschüssen und staatlicher Förderung eine attraktive Rendite. „Wenig hilfreich ist es dagegen, immer neue Vorsorge-Ideen und Formenspielereien in die öffentliche Debatte zu werfen – heißen sie nun Starter-Kit, Deutschlandrente, Extrarente oder Bürgerfonds“, kritisierte Karch (procontra berichtete).

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