Beratung: Gespräche schlagen jede App

Berater von Martin Thaler

Auch in Zeiten von Apps und Internet geht für viele Angestellte bei Finanzthemen kein Weg an der persönlichen Beratung vorbei. Insbesondere beim Thema bAV kommt Maklern somit eine Schlüsselrolle zu.

Angestellte bevorzugen persönliche Beratung

Beim Thema Finanzen wünschen sich die meisten Angestellten eine persönliche Beratung. Bild: Adobe Stock/Yakobchuk Olena

Beim Thema Finanzen stößt die Digitalisierung an ihre Grenzen: Wenn es um die Vermittlung finanzieller Themen führt am persönlichen Gespräch für die meisten Angestellten kein Weg vorbei – eine Vermittlung via Internet oder App scheint derweil weit weniger beliebt, wie eine Umfrage unter 2.000 Arbeitnehmern durch das Beratungsunternehmen Aon nahelegt.

Bemerkenswert ist dabei, dass jüngere Arbeitnehmer – gerne auch als „Digital Natives“ umschrieben – der persönlichen Beratung weitaus positiver gegenüberstehen als ihre älteren Kollegen. So gab knapp die Hälfte der befragten 18- bis 39-Jährigen an, am liebsten persönlich über Themen wie beispielsweise die betriebliche Altersversorgung informiert werden zu wollen. In der Altersgruppe der 40- bis 65-Jährigen präferierten nur 40 Prozent diesen Informationskanal.

Abgeschlagen in der Gunst der Angestellten lag hingegen eine Vermittlung via App – auch wenn hier jüngere Arbeitnehmer aufgeschlossener sind (siehe Grafik).

„Überraschend oder nicht: Es ist Fakt, dass die persönliche Beratung Vertrauen schafft und Mitarbeitern Sicherheit gibt“ kommentierte Aon-Geschäftsführer Fred Marchlewski das Ergebnis. „Deshalb ist diese Form der Kommunikation bei finanziellen Fragen nicht nur die nachhaltigste, sondern zugleich weiterhin der beste Weg, um Mitarbeiter zu erreichen und zu überzeugen.

Makler sind Schlüssel für bAV-Verbreitung

Nimmt man die Umfrageergebnisse zum Maßstab, sind insbesondere Makler einer der Schlüssel für die Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge. Hier nahm die Zahl der abgeschlossenen Verträge laut neuen GDV-Zahlen im vergangenen Jahr zwar leicht auf 16,2 Millionen Euro zu (2018: 16,1 Millionen).

Diese Entwicklung hinke aber den von der Politik formulierten Ziele weit hinterher, bemerkte im vergangenen Jahr bereits der scheidende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) Heribert Karch: „Die Verbreitung der bAV nimmt zu, wir sehen klar erste Effekte des Betriebsrenten-Stärkungsgesetzes (BRSG)“, lobte dieser zunächst die politischen Reformen, schob aber hinterher: „So sehr wir uns über jeden Zuwachs freuen, so ernüchtert müssen wir abermals feststellen, dass dieser Trend gemessen an der gesellschaftlichen Entwicklung völlig unzureichend ist.“

Ideen, wie sich die Verbreitung der bAV erhöhen lässt, gibt es zahlreich. Bei der Informierung der Mitarbeiter aber auf persönliche Beratung zu setzen, wäre aus Sicht vieler Arbeitnehmer aber auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

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