Altersvorsorge: Fondssparplan oder Fondspolice?

Finanzanlagenvermittlung Berater von Alexander Meurer

Der anhaltende Niedrigzins lässt klassische Altersvorsorgeprodukte durchs Raster fallen. Es braucht den Kapitalmarkt, um Versorgungslücken wirklich zu schließen. Kunden und Vermittler fragen sich daher: Fondspolice oder Fondssparplan?

Die Auswahl zwischen Fondspolice oder Fondssparplan fällt nicht so leicht

Die Unterschiede zwischen Fondssparplan und Fondspolice sind doch größer, als es auf den ersten Blick erscheint. Bild: Adobe Stock/thebigland45

Für Vermittler ist es oftmals schon ein Kraftakt der Überzeugung, ihre Kunden zu einer zusätzlichen Altersvorsorge zu motivieren. Zu stark stehen kurzfristige Konsumwünsche der langfristigen Aussicht auf einen auskömmlichen Lebensstandard im Alter entgegen. Neben der geringen Bereitschaft finanzielle Mittel in Richtung Altersvorsorge umzuleiten, stellt auch die Abgrenzung der Vorsorgemöglichkeiten und die Auswahl des passenden Produktes die größte Hürde dar. Das belegte Ende 2019 wieder die Altersvorsorgestudie der Continentale. Demnach fürchten zwar 80 Prozent, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können und die knappe Mehrheit wäre sogar bereit Urlaub & Co einzuschränken, um privat vorsorgen zu können. Ideale Voraussetzungen für eine hohe Abschlussbereitschaft in einer Altersvorsorgeberatung, möchte man meinen. Doch der Großteil der Kunden kapituliert vor der Vielzahl an Produkten und deren Komplexität. In der Folge wird dann gar nicht vorgesorgt und die Versorgungslücke im Alter ist vorprogrammiert.

Die anhaltende Niedrigzinsphase kommt erschwerend hinzu, da sie eine Reihe von etablierten und gelernten Altersvorsorgeprodukten zu unrentablen Kostenfressern macht. Die klassische Lebensversicherung wird folglich kaum noch aktiv angeboten oder vermittelt. Andere sehen in der Niedrigzinsphase sogar etwas Positives. Sie zwingt zum Umdenken und Kunden dazu sich stärker mit den Chancen einer Altersvorsorge zu beschäftigen, anstatt um jeden Preis auf Garantien zu bestehen. Auf Produktebene sind Vermittler und Kunden dann schnell bei den Chancen der Kapitalmärkte.

Sparziele fokussieren – Haftungsrisiken vermeiden

Laut Paragraf 7 des Versicherungsvertragsgesetzes sind Vermittler verpflichtet, ihre Kunden nach Anlagezielen und Risikotoleranz zu beraten. Die Beratung erfolgt aber meist nur nach der Risikotoleranz, die Anlageziele werden oft außer Acht gelassen. Sonst müssten Makler, die Garantieprodukte vermitteln, ihren Kunden sagen: „Deine einzige Garantie ist, dass du dein Anlageziel - nämlich die Schließung deiner Versorgungslücke - garantiert nicht erreichen wirst.“ Das machen die wenigsten Vermittler und gehen damit das Risiko ein, gegen eine Gesetzesvorschrift zu verstoßen - verbunden mit den entsprechenden Haftungsrisiken.

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