Zielgruppe Studenten: So beraten Sie die Führungskräfte von Morgen

Berater Zielgruppenansprache von Oliver Lepold

Wichtige Bedingungen in der BU

Wichtig sei die Flexibilität, also die Möglichkeit einen neuen Beruf zu melden, die Beiträge anzupassen, zu dynamisieren oder bei bestimmten Lebensereignissen zu erhöhen. „Wir wissen aus unserer Umfrage, dass das Produkt BU für viele Studenten nicht sehr interessant ist. Sie kaufen lieber eine Versicherung für den WLAN-Ausfall“, so Kurtenbach. Die Zielgruppe muss daher aktiv überzeugt werden.

Der Teufel steckt im Detail. Häufig weisen Studenten-BU-Tarife keine konkreten Prüfkriterien bezüglich Tätigkeit und Lebensstellung in den Bedingungen auf. „Viele Versicherer prüfen dann den angestrebten Beruf. Das empfinden wir als schwierig, weil häufig etliche Berufe mit einem speziellen Studienabschluss ausgeübt werden können. Wir bevorzugen daher, wenn die Tätigkeit als Student oder die Fähigkeit das Studium fortzusetzen versichert sind“, sagt Benjamin Berg, Produktmanager Lebensversicherung bei der Netfonds Gruppe.

Berg empfiehlt hier die LV1871. „Sie versichert die Tätigkeit als Student und prüft nach der Hälfte der vorgesehenen Studienzeit die Lebensstellung, die mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums verbunden ist. Das haben zwar auch andere Gesellschaften, aber die LV1871 punktet zusätzlich in den Bedingungen mit dem Recht, dass Schüler Studenten und Azubis die Berufsgruppe nach erfolgreichem Abschluss prüfen zu lassen und gegebenenfalls ohne erneute Gesundheitsprüfung in eine günstigere Berufsgruppe wechseln zu können“, begründet der Produktmanager.

Manche Produkte kombinieren die BU mit einer zusätzlichen Altersvorsorgelösung, etwa einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung. „Das kommt dann in Frage, wenn man erwarten kann, dass die Einnahmen später wirklich hoch sind, um den Steuereffekt mitzunehmen und gleichzeitig sicherzustellen, dass im BU-Fall auch noch etwas für die Altersvorsorge getan wird“, erläutert MLP-Manager Müller.

PKV oder GKV?

Beratungsbedarf besteht auch bei der Krankenversicherung. Studenten können grundsätzlich bis zum Alter von 25 bei den Eltern krankenversichert bleiben. Dafür dürfen sie allerdings nur maximal 450 Euro im Monat hinzuverdienen. Sie haben die Wahl, ob sie sich gesetzlich oder privat versichern. „Bei Studenten steht der Preis oftmals im Vordergrund. Die GKV ist meist die günstigere Variante und wird daher favorisiert“, weiß Elsa Dömeland, Produktmanagerin Krankenversicherung bei der Netfonds Gruppe. Für Auslandssemester in Ländern, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht, benötigen Studenten zudem eine separate Auslandskrankenversicherung.

Nach dem 25. Lebensjahr werden Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind, in der studentischen Krankenversicherung der GKV versicherungspflichtig. Dies ist bis Abschluss des 14. Fachsemesters, maximal jedoch bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres möglich. Wer hingegen über die Eltern privat krankenversichert ist, muss sich entscheiden, ob er auch während des Studiums privat versichert bleiben möchte. Studententarife bieten viele PKV-Unternehmen.

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