Zielgruppe Beamte: Höchster Treuebonus in der Branche

Berater Top News von Oliver Lepold

Die Beratung von Beamten gilt als komplex und voller Eigenheiten. Wer sich jedoch auf die Zielgruppe einlässt, wird mit einer besonders festen Kundenbindung und vielen Empfehlungen belohnt.

Heilfürsorge und Beihilfe sollten bei Beamtenanwärtern besonders beachtet werden.

Paulo Patricio, Organisationsdirektor Makler und Mehrfachagenten der HanseMerkur Versicherung, weiß, dass angehende Beamte besonders bei den Themen Heilfürsorge und Beihilfe gut beraten sein müssen. Bild: HanseMerkur

Die Berufsgruppe der Staatsdiener hat es in der Öffentlichkeit nicht leicht. Zahlreiche Beamtenwitze zeugen davon, dass die üblichen Klischees vom trägen, arbeitsscheuen und vollversorgten Beamten nur schwer auszurotten sind. Dabei erfüllen Richter, Finanzbeamte, Zollbeamte, Polizisten und Justizvollzugsbeamte wichtige gesellschaftliche und hoheitliche Aufgaben. Wer eine Tätigkeit im gehobenen Dienst anstrebt, benötigt ein anspruchsvolles duales Diplom-Studium zum Finanzwirt oder der Verwaltungswirtschaft.

In Deutschland sind rund 4,7 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt, davon arbeiten rund 1,8 Millionen Menschen im Beamtenstatus. Ihr Arbeitgeber ist entweder eine Behörde der Bundesrepublik oder der einzelnen Bundesländer und Kommunen. Eine übliche Laufbahn folgt diesen Stationen: Studierende erhalten den Status „Beamter auf Widerruf“. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr und nach bestandener Laufbahnprüfung werden sie zwei Jahre lang „Beamter auf Probe“, danach können sie auf Lebenszeit verbeamtet werden.

Für Versicherungsvermittler gilt diese Zielgruppe als hochgradig attraktiv: Denn das Einkommen von Beamten ist meist überdurchschnittlich hoch und über die gesamte Laufbahn hinweg vorhersehbar. Beamte verfügen über Arbeitsplätze auf Lebenszeit und sind in der Regel an einer hochwertigen Absicherung interessiert.

Spezialwissen für die Beratung

„Sie brauchen fachliches und methodisches Rüstzeug, also einen Überblick über alle wichtigen gesetzlichen Regelungen im Beamtenrecht, müssen Versorgungslücken ermitteln und einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz zusammenstellen können“, umreißt Norbert Lamers vom Bildungsanbieter Perspectivum, der Vermittler in Kooperation mit der Weiterbildungsgesellschaft der IHK Bonn/Rhein-Sieg zum Berater Öffentlicher Dienst (IHK) weiterqualifiziert, die Grundanforderungen. Das Fachwissen muss jedoch auch richtig angewendet werden, denn Beamte tragen andere berufsspezifische Risiken als normale Arbeitnehmer.

Spezifische Beamtenbegriffe wie Beihilfe, Heilfürsorge, Pension und Dienstunfähigkeit müssen entsprechend bei der Beratung berücksichtigt werden. Beamte sind von der Sozialversicherung befreit und können unabhängig von Gehaltsgrenzen in die private Krankenversicherung wechseln. Rund 85 Prozent der Beamtenanwärter und Beamten entscheiden sich bisher für diesen Weg, denn in diesem Fall erhalten sie staatliche Beihilfe.

Die Beihilfe ist ein eigenständiges Fürsorgesystem, mit der der jeweilige Dienstherr seine gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht erfüllt. Das bedeutet, Beamte erhalten einen Teil ihrer Arztrechnungen – zwischen 50 und 70 Prozent – erstattet. Jedes Bundesland hat seine eigene Beihilfeverordnung, die regelt, in welcher Höhe und für welche Leistung Kosten übernommen werden.

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