Unterversicherung bei Gewerbekunden – was Makler wissen sollten

Berater KMU-Schutz von Sebastian Wilhelm

Prosperierende Unternehmen wachsen schon mal schneller, als sie ihren Versicherungsschutzanpassen können. Gewerbemakler sollten hier wachsam sein und auf Unterversicherungsschutz achten.

So beraten Makler bei Unterversicherungen

Nicht hinter dem Bildschirm verstecken und auf das Beste hoffen. Bild: iStock/darkbird77

Wer als Versicherungsmakler im gewerblichen Bereich unterwegs ist, weiß nur zu gut, dass Unternehmer im operativen Alltag keinen Gedanken an ihren Versicherungsschutz „verschwenden“ – auch wenn das Thema im Zuge einer guten betriebswirtschaftlichen Führung eine wichtige Rolle spielt. Schließlich sollte ein Unternehmen nicht nur gegen die Risiken des Marktes gewappnet sein.

Wegen dieser vorherrschenden Priorisierung wird auch gern vergessen, dass sich Veränderungen des Unternehmens häufig auf den Versicher ungsschutz auswirken. Das gilt vor allem für wachsende Firmen. Ein steigender Umsatz hat zumeist ebenso Anpassungsbedarf zur Folge wie die Erschließung neuer Tätigkeitsfelder oder die Anschaffung neuer Maschinen. Werden die Versicherungssummen nicht den aktuellen Gegebenheiten angeglichen, droht im Schadensfall eine Unterversicherung.

Tückisch dabei: Viele Versicherer erstatten einen Schaden bei vorliegender Unterversicherung nur anteilig, auch wenn die Gesamtsumme unter der Versicherungssumme liegt. Das sollte Gewerbekunden unbedingt verdeutlicht werden, denn vielen fehlt im Fall der Fälle das Verständnis, wenn ihre Entschädigung gekürzt wird.

Ein typischer Leistungsfall und seine Konsequenzen

Ein klassischer Leistungsfall sieht so aus: Ein Unternehmen ha t vor Jahren eine Betriebsinhaltsversicherung abgeschlossen. Damals belief sich der Inventarwert auf rund 100.000 Euro. Mittlerweile sind jedoch weitere Mitarbeiter und Maschinen hinzugekommen, der Inventarwert hat sich verdoppelt. Kommt es nun beispielswe ise durch Feuer oder Leitungswasser zu einem Schaden von 70.000 Euro, übernimmt der Versicherer nur die Hälfte davon. Denn obwohl die Versicherungssumme 100.000 Euro beträgt, liegt eine 50 - prozentige Unterversicherung vor, womit die Entschädigung im selben Verhältnis gekürzt wird.

Um solche unliebsamen Überraschungen – die am Ende gern dem Makler zugerechnet werden – zu vermeiden, sollte der Versicherungsschutz von Gewerbekunden regelmäßig auf Aktualität überprüft werden, zum Beispiel bei einem Jahresgespr äch. Hier kann die gesamte Risikosituation in den Fokus genommen und auf relevante Veränderungen abgeklopft werden. Hübscher Nebeneffekt: Bei der Gelegenheit lassen sich auch bestehende Lücken im betrieblichen Versicherungsschutz ansprechen. Überdies ist e s gewährte Praxis, die Versicherungssumme bei gut laufenden Unternehmen gleich etwas höher anzusetzen.

Noch mehr Sicherheit bieten Policen mit Unterversicherungsverzicht. Sie kürzen die Entschädigung nicht anteilig, sondern erstatten bis zur vollen Versi cherungssumme. Zudem kann eine Vorsorgeversicherung sinnvoll sein, die eine Unterversicherung auffängt

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