Süffige Hochzeit: Wer haftet für den Jacky Cola?

Panorama von Florian Burghardt

Auf einer Hochzeitsfeier wurde mehr getrunken, als die Gastgeber bezahlen wollten. Vor allem nicht genehmigter Marken-Alkohol schraubte die Rechnung in die Höhe. Wer dafür geradestehen muss, wurde letztendlich vor Gericht entschieden.

Wenn die Liebe begossen wird, kann die Rechnung schon mal lang werden.

Wenn die Liebe begossen wird, kann die Rechnung schon mal lang werden. Bild: Adobe Stock/Parilov

Fast genauso häufig wie nach dem Ja-Wort stellt sich auf Hochzeiten die Frage nach den Getränken. Lässt man seinen Gästen freie Hand oder schränkt man die Auswahl ein? Was kleinlich klingen mag, können viele Brautpaare nachvollziehen. Denn wenn die Liebe begossen wird, kommen schnell ein paar tausend Euro zusammen.

So auch bei einer Hochzeit, die im September 2019 vor dem Frankfurter Amtsgericht ihr letztes Kapitel fand (Az.: 31 C 376/19). Die Gastgeber hatten mit dem Veranstalter vereinbart, dass sie maximal 5.000 Euro für Getränke ausgeben wollten. Zudem hatten sie die Auswahl der Getränke auf Prosecco, Rotwein, Weißwein, Bier, Wodka Red Bull, Whisky Sour, Wasser und Säfte eingeschränkt.

Nach der Feier stellte der Veranstalter den Maximalbetrag in Rechnung. Davon wollte das Brautpaar aber 1.022,50 Euro nicht bezahlen, da dieser Rechnungsteil auf vorher nicht genehmigte Getränke entfallen war. Der größte Anteil war laut dem Amtsgericht Frankfurt in "Jacky Cola" geflossen (416,50 Euro). Auch Wodka Orange, Gin Tonic und Tequila war mit dreistelligen Beträgen angesetzt.

Urteil lässt Kläger teilweise auf dem Trockenen

Daraufhin hatte der Veranstalter geklagt. Vor Gericht (die Entscheidung ist rechtskräftig) konnte er aber nur einen kleinen Teilerfolg erzielen. So darf er eine zuvor erfolgte Gutschrift in Höhe von 378 Euro behalten, die vorab für einen eventuellen „Zuviel-Betrag“ geleistet wurde.

Die Getränkerechnung wurde hingegen um die 1.022,50 Euro reduziert. Schließlich sei der Wortlaut der Absprache eindeutig gewesen. Die Interpretation des Veranstalters, dass auch „wesensgleiche“ Getränke erlaubt seien, wurde nicht anerkannt. Somit müsse der Kläger, wenn er den ausstehenden Teil der Zeche noch eintreiben wolle, auf jeden Trinker einzeln zugehen. Denn laut dem Gericht gelte hier die Prämisse: „Es zahlt jeder, was er bestellt.“

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