So lässt sich Pflegezusatz empfehlen

Pflege- und Zusatzversicherung Berater von Gerald Herde

Weshalb der gesetzliche Pflegeschutz trotz der neuesten Pflegereform immer noch nicht reicht, muss man gut erklären können. Welche überzeugenden Argumente es dafür gibt, zeigen wir hier.

Pflegezusatz empfehlen? Ein Geschäft, das sich für Vermittler lohnt. Allerdings kommt es auf die Argumente an.

Pflegezusatz empfehlen? Ein Geschäft, das sich für Vermittler lohnt. Allerdings kommt es auf die Argumente an. Bild: Adobe Stock/bnenin

Alle paar Jahre wieder weisen Politiker stolz auf die jeweils neueste Pflegereform hin, die sie in langwierigen Verhandlungen zustande gebracht haben. Damit geben sie der Bevölkerung das angenehme Gefühl, bei einer eventuellen persönlichen Pflegebedürftigkeit gut abgesichert zu sein. Dem ist leider nicht so.

Auch das aktuelle „Zweite Pflegestärkungsgesetz“, das seit 2016 gilt, liefert nur einige Verbesserungen. Die große Lösung ist nicht in Sicht. Die wichtigste Veränderung des Gesetzes war eine Neudefinition des Begriffs der Pflegebedürftigkeit. Statt drei Pflegestufen entscheiden nun fünf Pflegegrade über die Höhe der Zuzahlungen. Maßgeblich für die Pflegegrade wiederum sind sechs Kriterien, die darüber Auskunft geben, wie stark die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit ist und in welchem Ausmaß Fähigkeitsstörungen vorliegen. Am höchsten gewichtet wird dabei der Grad der Selbstversorgung, also inwieweit die betroffene Person sich noch selbst ernähren und selbstständig Körperpflege betreiben kann.

3,5 Millionen Pflegebedürftige

Durch die neuen Regelungen hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich erhöht. Derzeit geht man von rund 3,5 Millionen Personen in Deutschland aus. Das entspricht einer Verdopplung in den letzten 20 Jahren. In der Gruppe der 90-jährigen und älteren sind sogar rund zwei Drittel der Seniorinnen und Senioren betroffen.

Während also die Zahl der Pflegefälle weiter stark steigen wird, gibt es künftig wegen der Geburtenrückgänge immer weniger Erwerbstätige, die in die Pflegepflichtversicherung einzahlen. Zusätzlich erhöhen sich auch noch die Kosten, da der bisher unattraktive Beruf der Pflegekräfte künftig besser entlohnt werden soll. Dies ist auch dringend notwendig, da die derzeitige Zahl von Pflegebeschäftigten schon heute kaum ausreicht. Dies alles erfordert erheblich höhere Beiträge. Die dürften allerdings politisch kaum umsetzbar sein, da keine Regierung der Bevölkerung drei- oder viermal so hohe Beiträge wie heute zumuten wird. Die logische Konsequenz sind deutliche Leistungskürzungen.

Zusatzversicherung füllt Pflegelücke

Um die schon seit Jahrzehnten bestehende und immer größer werdende Pflegelücke zu schließen, kommt kaum jemand um eine zusätzliche private Absicherung herum. Eine Pflegezusatzversicherung verringert diese Lücke deutlich, im besten Fall kann sie sogar ganz geschlossen werden. Und dies bei überschaubaren Beiträgen, insbesondere wenn man früh mit der Absicherung beginnt. Die häufigste gewählte Zusatzversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Wird die versicherte Person pflegebedürftig, zahlt sie einen festen Betrag. Dieser hängt vom Pflegegrad und vom vereinbarten Tagegeld ab. Entscheidend sind dabei alleine der Nachweis und der Grad der Pflegebedürftigkeit und nicht die tatsächlich anfallenden Kosten für die Pflege.

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