Quasideckung: So hoch ist Maklers Schadenersatz

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Der Fall hat weitere interessante Facetten. So kam der Makler nicht damit durch, sich auf einen fehlenden Schaden beim Handwerker zu berufen, da ja der Hauseigentümer der Dialysepraxis geschädigt wurde. Der haftpflichtversicherte Handwerker kann nicht auf Leistung, sondern nur auf Feststellung des Versicherungsschutzes klagen, so der BGH (mit Verweis auf seine Urteile Az.: IVa ZR 165/81 und Az.: IVa ZR 32/80).

Entsprechend haftet der Makler und muss entweder die vom Hauseigentümer gegen den Handwerker geltend gemachten Ansprüche erfüllen oder sie abzuwehren versuchen, indem er die Kosten der Rechtsverteidigung des Ofenbaumeisters gegenüber dem Hauseigentümer übernimmt.

Der BGH erinnerte auch daran, dass der Versicherungsmakler treuhänderischer Sachwalter des Kunden ist (Az.: Iva ZR 190/83) und als dessen Vertrauter individuellen, für das betreffende Objekt passenden Versicherungsschutz zu besorgen hat. Er muss von sich aus das Risiko untersuchen und das Objekt prüfen, erinnerte der BGH an seine eigene Rechtsprechung vom 14. Juni 2007 (Az.: III ZR 269/06).

Gegen diese Pflichten habe der Makler bereits deshalb verstoßen, weil er im Rahmen der ihm obliegenden Aufgabe, den Versicherungsbedarf zu ermitteln, nicht nachgefragt hatte, welche konkreten Tätigkeiten der Ofenbaumeister im Rahmen seines Betriebs tatsächlich ausübt. Dazu gehört auch, sich regelmäßig über Neuerungen bei den Musterbedingungen zu informieren (procontra berichtete).

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