PKV-Zusatz: Gesundheitsschutz ontop

Berater Pflege- und Zusatzversicherung von Martin Thaler

PKV-Zusatzversicherungen werden immer beliebter und stehen bei vielen Versicherern ganz nach vorn im Schaufenster. Ein neues Urteil könnte diese Entwicklung zusätzlich befeuern.

Gesundheitsschutz ontop! Zusatzkrankengeschäft

Gesundheitsschutz ontop! Echten Kundennutzen mit Krankenzusatzgeschäft schaffen, ist ein löbliches Ziel. Doch Vermittler müssen unterscheiden können, welche Leistungen wirklich Nutzen bringen und welche eher aus der Marketing-Abteilung stammen. Bild: Adobe Stock/Carmen Steiner

Die eigene Gesundheit und ein gutes Aussehen scheinen für immer mehr Deutsche hohe Priorität zu genießen. Davon zeugen unter anderem die 13,8 Milliarden Euro, die die Menschen im vergangenen Jahr für Düfte, Shampoos und Cremes ausgaben. Eine Summe, die nach Angaben des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel über die vergangenen Jahre stets gewachsen ist.

Der gehobene Stellenwert, den Gesundheit und Ästhetik heutzutage einnehmen, wirft seinen Schatten auch auf den Versicherungsbereich. Genauer gesagt auf die privaten Krankenzusatzversicherungen. Hier ist seit Jahren ein steter Bestandszuwachs feststellbar: So stieg die Zahl der Zusatzversicherungen von 2008 bis 2018 von knapp 21 auf mittlerweile über 26 Millionen Policen – vor allem Zahnzusatzversicherungen sind beim Kunden beliebt.

Zahnersatz: Mehrheit zahlt selbst

Dies hängt natürlich mit den sinkenden Festzuschüssen der Gesetzlichen Krankenkassen zusammen. Seit 2005 werden zumeist bloß 50 Prozent der Regelleistung abgedeckt. Der Rest kommt aus der Tasche des Kunden: Laut der neuesten Ausgabe des Barmer-Zahnatlasses zahlen GKV-Versicherte im Schnitt 58 Prozent ihres Zahnersatzes selbst. Die Kosten variieren bundesweit und reichen von durchschnittlich 628 Euro pro Fall in Sachsen-Anhalt bis zu 1.228 Euro in Bayern.

Um den Kosten-Schock zu dämpfen, greifen immer mehr Deutsche zur zusätzlichen Absicherung. Auch, weil die Versicherer sich in einem umkämpften Markt einen harten Überbietungswettkampf liefern. „Waren es in der Vergangenheit die Hinzunahmen von Zahnbehandlungen und kieferorthopädischen Leistungen, versuchen die Versicherer nun durch eine breite Palette an Maßnahmen, die Gunst des Kunden und des Vermittlers für sich zu gewinnen“, heißt es im aktuellen Marktbericht des Analysehauses Assekurata. Hierzu gehören unter anderem die Erhöhung der Erstattungssätze auf 100 Prozent, großzügigere Zahnstaffeln und in Ausnahmefällen gar der Verzicht von Gesundheitsfragen in Hochleistungstarifen.

Neben Zahnzusatzversicherungen, die mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden sind, billigt das Kölner Analysehaus auch stationären Tarifen sowie Pflegezusatzversicherungen ein „erhebliches Potenzial“ zu.

Seite 1: Zahnersatz: Mehrheit zahlt selbst
Seite 2: Wahltarife verboten und Hilfestellung für Makler

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare