Nur jeder 8. Vermittler würde die Grünen wählen

Berater von Florian Burghardt

Für welche Partei würden sich Vermittler von Versicherungen und Finanzanlagen entscheiden, wenn heute Bundestagswahl wäre? Dieser Frage ist das AfW-Vermittlerbarometer nachgegangen. So viel vorweg: Die SPD dürfte damit nicht glücklich sein.

Wo würden Makler und Co. ihr Kreuz machen, wenn morgen Bundestagswahl wäre?

Wo würden Makler und Co. ihr Kreuz machen, wenn morgen Bundestagswahl wäre? Bild: Adobe Stock/Ajdin Kamber

Wenn heute Bundestagswahl wäre, würde die Union aus CDU und CSU mit 27 Prozent der Stimmen erneut stärkste Kraft werden. Die Grünen kämen auf 23 Prozent, gefolgt von AfD (14 Prozent), SPD (13 Prozent), FDP (9 Prozent), den Linken (8 Prozent) und den sonstigen Parteien (6 Prozent). Diese Werte gehen aus dem ARD-Deutschlandtrend vom 09. Januar 2020 hervor.

Bei einer Wählerschaft, die sehr stark von Vermittlern für Versicherungen und Finanzanlagen geprägt ist, würde der Wahlausgang deutlich anders aussehen. Das belegt das aktuelle „Vermittlerbarometer“ des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW. Im vergangenen November haben sich daran 1.546 Personen beteiligt, davon 81 Prozent mit dem Status Versicherungsmakler.

FDP ist der große Gewinner

In ihrer Gunst ganz oben steht die FDP mit 38 Prozent. Damit konnten die Liberalen in dieser Wählergruppe gegenüber dem Jahr 2017 nochmals deutlich zulegen. Die Gründe für die Wahlentscheidung wurden vom AfW nicht abgefragt. Jedoch hakt die FDP bekanntermaßen regelmäßig bei den für Finanzberater relevanten Themen nach, wie unter anderem den BaFin-Aufsichtsplänen für 34f-Vermittler, die Notwendigkeit einer Riester-Reform oder die Erneuerung der Grundsteuer.

Die Union kommt auf 25 Prozent und könnte zusammen mit der FDP aus Vermittlersicht eine starke Regierung bilden. Das liegt wohl auch daran, dass sich die CDU gegen einen Provisionsdeckel für die Vermittlung von Lebensversicherungen ausgesprochen hat.

SPD abgestraft, Grüne im Sinkflug

Ganz anders die SPD. Die Sozialdemokraten beharren auf dem Deckel und erhalten von Maklern und Co. mit nur 2 Prozent Wählerstimmen die Quittung dafür. Damit würde es die „Volkspartei“ nicht einmal mehr in den Bundestag schaffen. Sogar „Die Linke“ konnte mit ihren Vorhaben, die auch eine Bürgerversicherung beinhalten, mehr Stimmen erreichen (4 Prozent).

Den deutschlandweiten Trend hin zu den Grünen teilen die Vermittler nicht. Die Partei mit dem Schwerpunkt Klimaschutz kommt bei ihnen nur auf 12 Prozent – das ist knapp jeder 8. Wähler. Das sind sogar 3 Prozent weniger als im Vorjahr, aber immerhin noch 8 Prozent mehr als 2017. Die AfD erreichte, wie auch im ARD-Deutschlandtrend, 14 Prozent.

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