Kieferorthopädie: Teures Lächeln für Erwachsene

Pflege- und Zusatzversicherung Berater von Michael Fiedler

Kieferothopädie wird oft nur mit Kindern in Verbindung gebracht. Dabei leiden auch Erwachsene unter Fehlstellungen, die behandelt werden müssen. Das kann teuer werden, denn die GKV zahlt meist nur in Ausnahmefällen.

Welche Kosten verursacht eine Zahnkorrektur bei Erwachsenen?

Kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen können sehr teuer sein. Die GKV zahlt meist nur in Ausnahmefällen. Bild: Adobe Stock/Aleksandr

Kieferorthopädische Behandlungen sind bei Kindern besonders wichtig, um Fehlstellungen und deren Folgen zu verhindern. Doch auch Erwachsene können solche behandlungsintensive Fehlstellungen der Zähne haben. Ernsthafte Erkrankungen können die Folge davon sein:

  • Eng stehende und verschachtelte Zähne befördern Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontose.
  • Fehlstellungen können auch zu Kopfschmerzen und Verspannungen der Nacken- und Kiefermuskulatur führen.
  • Steht der Mund beim Schlafen offen, können auch verstärkt Erkältungskrankheiten und Hals-Nasen-Ohren-Probleme auftreten.

Fehlstellung: So wird behandelt

Ob die Fehlstellung der Zähne mit einer abnehmbaren oder festen Zahnspange behandelt wird, entscheidet der Facharzt.
Dabei kann die Korrektur einer schweren Kieferanomalie meist mehrere Jahre dauern. Therapiert wird der Patient vom Kieferorthopäden und operativ vom Kieferchirurgen. Die Behandlung lässt sich in folgende vier Phasen aufteilen:

  • Phase 1: Vorbehandlung beim Kieferorthopäden
  • Phase 2: chirurgische Maßnahmen beim Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen
  • Phase 3: kieferorthopädische Feineinstellung beim Kieferorthopäden
  • Phase 4: Stabilisierung des Ergebnisses (Retention) beim Kieferorthopäden

GKV mit Zahlungslücken

Allerdings wird die Zahnspangen-Behandlung bei Erwachsenen nur in extremen Ausnahmefällen finanziell von der gesetzlichen Krankenkasse unterstützt. Solche Ausnahmen können sein: schwere Kieferanomalien z.B. bei angeborenen Missbildungen, knöchern bedingten Fehlbissen und verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen.
Je nach Aufwand und Dauer der Behandlung können die Kosten für eine sogenannte unsichtbare Zahnspange zwischen 6.000 – 9.000 Euro liegen.

Vorsicht Selbstoptimierung

Allerdings erfordert nicht jede Fehlstellung eine Behandlung. So kritisierte Zahnärztin Dr. Sabine Köhler gegenüber der „Apotheken-Umschau“, dass ebenmäßige Frontzähne mittlerweile fast ein gesellschaftliches "Muss" geworden seien und dass Behandlungen durchgeführt würden, ohne die medizinischen Konsequenzen im Blick zu behalten. „Der Druck zur Selbstoptimierung macht vor der Zahnreihe nicht halt. Medizinisch gesehen, kann aber auch eine optisch nicht harmonische Zahnreihe von der Natur in ihrer Funktionalität sehr gut adaptiert sein", so die Zahnärztin.

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