ETF: Welche Anlageklassen dominieren

Investmentfonds von Michael Fiedler

Der ETF-Markt boomt. Welche Anlageklassen davon profitieren, zeigt eine aktuelle Auswertung von Amundi.

Hermann Pfeifer, Head of ETF, Amundi

Hermann Pfeifer, Head of ETF, Indexing & Smart Beta Deutschland, Österreich und Osteuropa Bild: Amundi

Wollen Fondsmanager mit einem Exchange-Traded-Funds (ETF) gleichziehen, müssten sie den Markt um 1,2 Prozent schlagen. Dass dieses Vorhaben oft nicht gelingt oder den aktiv gemanagten Fonds nicht zugetraut wird, gilt als Erklärung für die hohen Zuflüsse bei passiven Fonds. „Viele Investoren akzeptieren die hohen Managergebühren nicht mehr für eine potenzielle Chance, den Index zu übertreffen,“ so Heike Fürpaß-Peter, Leiterin des ETF-Geschäfts beim Vermögensverwalter Lyxor in Deutschland und Österreich.

Aktien-ETFs dominieren Absatz

Deutlicher wird das angesprochene Akzeptanzproblem, wenn man Zahlen sprechen lässt. So verzeichnet der globale ETF-Markt 495 Mrd. Euro Zuflüsse netto. Im Fokus standen dabei vor allem Aktien-ETFs. Das gilt auch für den europäischen ETF-Markt. Hier konnten Aktien-ETFs 49 Mrd. Euro Zuflüsse in 2019 verzeichnen. Das Gros davon entfiel auf US-Aktien-ETFs (+4,2 Mrd. Euro), gefolgt von ETFs auf Schwellenländeraktien (+3 Mrd. Euro), so eine Auswertung von Amundi.

Bei Sektor-ETFs standen vor allem Produkte auf den Finanzsektor (+544 Mio. Euro) und das Gesundheitswesen (+272 Mio. Euro) im Fokus.

„Infolge der lockeren Zinspolitik der Zentralbanken erwarten wir unter anderem für Anleihen – zum Beispiel für Euro-Unternehmensanleihen und das High-Yield-Segment – großes Potenzial. 2020 rechnen wir aber auch mit einer weiterhin hohen Nachfrage nach ESG-ETFs und Themeninvestments, mit denen Anleger auf langfristige Zukunftstrends setzen können. Potenzial haben darüber hinaus die Anlagefaktoren Value, Qualität, High Dividend und Minimum Volatility“, so Hermann Pfeifer, Head of ETF bei Amundi, auf procontra-Nachfrage.

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