Deutsche Rentenversicherung kontert Vertrauensprobleme

Berater von Florian Burghardt

Die Deutsche Rentenversicherung wehrt sich gegen die Ergebnisse einer Umfrage, die ihr einen Vertrauensverlust attestieren. Als Argumente dafür dienen neben den Rentensteigerungen auch eigene Zahlen.

Bei der Deutschen Rentenversicherung ist man davon überzeugt, in den letzten Jahren beim Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger hinzugewonnen zu haben.

Bei der Deutschen Rentenversicherung ist man davon überzeugt, in den letzten Jahren beim Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger hinzugewonnen zu haben. Bild: Shutterstock/nitpicker

Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) sieht man sich durch die Ergebnisse einer Umfrage der Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) zu Unrecht in ein schlechtes Licht gerückt. Die letzte Woche erschienene DIA-Studie hatte ergeben, dass die gesetzliche Rentenversicherung in den letzten beiden Jahren einen deutlichen Vertrauensverlust bei der Bevölkerung hinnehmen musste. Sie liegt demnach in Bezug auf wahrgenommene Sicherheit und Verlässlichkeit hinter der betrieblichen und der privaten Altersvorsorge auf dem letzten Rang der drei Alterssicherungssäulen.

Eine Darstellung, die der DRV mit eigenen Zahlen kontert. Demnach hätten im vergangenen Jahr 72 Prozent der deutschen Bevölkerung die gesetzliche Rentenversicherung als ideale Form der Altersvorsorge angesehen. Im Jahr 2014 hatte dieser Wert noch 54 Prozent betragen. Das würde eine Reihe von repräsentativen Befragungen widerspiegeln, die der DRV seit Jahren regelmäßig von dem Markforschungsunternehmen Ipsos durchführen lässt.

Finanzkrise unbeschadet überstanden

Ein DRV-Sprecher erklärte dazu: „Die Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung sind gerade in den letzten Jahren sehr deutlich geworden.“ Dies würde sich vor allem darin zeigen, dass die Rentenversicherung „unbeschadet aus der Finanzkrise hervorgegangen“ ist, heißt es in dem Statement weiter. Auch von den stellenweisen Minuszinsen auf dem Kapitalmarkt sieht man sich beim DRV weitestgehend nicht tangiert. Als weiteres Argument gegen einen Vertrauensschwund der Bevölkerung wird auf die konjunkturbedingten Rentensteigerungen in den letzten fünf Jahren verwiesen (West: 15 Prozent / Ost: 20 Prozent).

In den Ergebnissen der DIA-Umfrage sieht man beim DRV keine repräsentative Stichprobe der deutschen Wohnbevölkerung. Auch die Neutralität der Datenerhebung wird der Studie zwischen den Zeilen abgesprochen. So heißt es im DRV-Statement: „Das DIA ist ein von der Deutschen Bank AG gegründetes und von der Finanzwirtschaft finanziertes Unternehmen.“

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