Damit der Blog nicht im Fiasko endet

Berater Zielgruppenansprache von Detlef Pohl

Empfehlung von Maklerkollegen

Mitunter kommt der Anstoß zur Zielgruppen-Spezialisierung auch von Kollegen. Das hat Bert Heidekamp erlebt, der sich auf Freiberufler als Zielgruppe fokussiert, insbesondere Künstler. „Andere Makler hatten keinen Zugang gefunden, da Künstler insbesondere in der BU-Versicherung abgelehnt werden“, sagt Heidekamp. Die Mandate habe er übernommen, und das sprach sich in der Künstlerszene herum. Heidekamp profitiert zudem von seiner Spezialisierung auf Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Pflegeversicherungen. Bei Künstlern hat er nach eigener Aussage viel Kraft in das Know-how investiert. „Es kommt darauf an, um welche Künstler es sich handelt, ob sie angestellt oder freiberuflich tätig sind“, weiß Heidekamp. Jeder Antrag auf BU-Versicherung könne anders sein. „Wenn der Künstler neben dem Musizieren auch komponiert, stellt sich die Frage, was die prägende Tätigkeit ist.“ Zu beachten ist, dass es einige Sonderkonzepte am Markt gibt, die jedoch auch Einschränkungen beinhalten“, warnt Heidekamp. Solange man echten BU-Schutz vermitteln könne, sollte dies bevorzugt werden. Wichtig findet der Spezialmakler auch, dass Künstler, die per Gesetz meist zum halben Beitrag gesetzlich renten- und krankenversichert sind, in der Künstlersozialkasse bleiben. „Das Courtageniveau ist bei vielen Künstlern überdurchschnittlich“, so Heidekamp.

Den Mut zur Zielgruppenspezialisierung haben auch junge Makler. Dies zeigt sich bei den Jungmakler-Awards, die jedes Jahr auf der Fachmesse DKM vergeben werden. Im Vorjahr gewann Dirk Becht, DIVM Deutsche Immobilien Versicherungsmakler, der sich auf Sachversicherungen für Hausverwalter spezialisiert hat. Unter den 14 Finalisten gab es auch andere mit Spezialisierung, darunter Christin Descher mit ihrer Firma „Verantwortungsvolles Finanzmanagement“, die eine Kombination aus persönlicher Begleitung in Finanzcoaching und Lebensplanung anbietet. In diesem Jahr hat es Johannes Weber von „4vestor“ mit einem ganzheitlichen Beratungskonzept zu Vermögens-, Honorar-, Gründer- und Unternehmensberatung auch für Freiberufler ins Finale geschafft.

Falsches Bild vom Influencer

Freiberuflich tätige Blogger und Influencer etablieren sich als fester Bestandteil der Werbebranche. Influencer nutzen ihre Social-Media-Beliebtheit aus, um erfolgreich Produkte zu bewerben. Der Berufsalltag wird von Risiken begleitet, die spezifische Absicherung erfordern. Beispiele: Veröffentlichen Blogger oder Influencer auf ihren Portalen versehentlich Bilder und Zitate, die nicht für diesen Zweck freigegeben sind, kann es teuer werden. Auch Rufschädigung durch falsche Infos und Zitate können hohe Schadenersatzforderungen verursachen. Zudem kann ein Hacker-Angriff den Blog lahmlegen.

Die überwiegend junge Zielgruppe informiert sich meist online, schließt aber offline ab. Es kann sich für spezialisierte Gewerbemakler lohnen, bei Beratungsangeboten unkonventionell vorzugehen. Beispiel: Mit eigenem Blog oder Youtube-Kanal in einfacher Sprache originell auf Absicherungszwänge eingehen und dabei Berührungsängste nehmen. Wichtig ist, die Leute in ihre typischen Lebenssituation abzuholen und dabei authentisch zu bleiben, etwa mit dem Angebot eines Online- Finanzseminars, bei dem man eigene Fehler aus dem früheren Leben zugibt.

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