"Blockchain hilft bei der Diversifikation"

Digital Sachwerte profino von Michael Fiedler

Der Niedrigzins lässt Anleger verzweifeln. Immobilien-Investments könnten als Alternative dienen und dem wachsenden Interesse an nachhaltigen Geldanlagen gerecht werden. Aber geht das ohne Risiko? Darüber sprach procontra mit Benjamin Graf von Hochberg, Lead Key Account Management bei Exporo.

Immobilien Investment Exporo Benjamin von Hochberg

Benjamin Graf von Hochberg, Lead Key Account Management Partnerprogramm bei Exporo, stellte sich nach der Pleite zweier Partner den Fragen von procontra. Bild: Exporo

procontra: Der Niedrigzins lässt attraktive Anlagemöglichkeiten rar werden. Können Sie eine bieten?

Benjamin von Hochberg: Ja, denn wir ermöglichen es Privatpersonen bereits ab geringen Beträgen Anteile an Immobilienprojekten zu erwerben und sich ohne große Einstiegshürde ein individuelles Immobilienportfolio aufzubauen – einfach, transparent, ohne großes Mindestkapital und teure, zwischengelagerte Prozesse. Exporo bietet dabei zwei unterschiedliche Arten des Immobilieninvests an: Zum einen kurzfristige Beteiligungen an fest verzinsten, renditestarken Immobilienprojekten von Projektentwicklern, wie z.B. neue Wohngebäude oder Sanierungen von Immobilienprojekten mit fester Laufzeit. Zum anderen flexible Beteiligungen an vermieteten Bestandsimmobilien, die Exporo ankauft und an denen die Anleger, wie ein Eigentümer, durch laufende Ausschüttungen und Wertentwicklung beteiligt werden. Das Ziel von Exporo ist es, langfristig den Immobilienmarkt vollständig zu liberalisieren, um jedem die Möglichkeit zu geben, schon mit geringem Einsatz digitaler Immobilienbesitzer zu werden und von Immobilienrenditen zu profitieren.

procontra: Ökologische und soziale Kriterien werden bei der Auswahl der Geldanlage immer wichtiger. Wie werden Sie diesem Anspruch gerecht?

von Hochberg: Bei Exporo entscheidet der Anleger selbst, in welche konkreten Immobilien er investieren möchte. Neben Wohn- und Gewerbeimmobilien findet er beispielsweise auch Kindertagesstätten, Pflegeeinrichtungen oder Seniorenwohnanlagen in die er investieren kann.

"Marburg I und II": Wie geht es weiter?

procontra: Zwei ihrer Projektentwickler (bzw. -partner) sind insolvent. Wie geht es für die betroffenen Anleger weiter?

von Hochberg: Bei den beiden Projekten “Portfolio Marburg” und “Portfolio Marburg II” wurde das Insolvenzverfahren, bzw. das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet, über das wir bereits transparent unsere Anleger informiert haben. Hier können zum aktuellen Zeitpunkt noch keine belastbaren Aussagen über den Ausgang der Verfahren getroffen werden, deshalb besteht auch hier nach wie vor eine Chance, dass unsere Anleger, die Investitionssumme oder zumindest einen Teil davon zurückerhalten.

procontra: Wie werden Sie Ihr Risikomanagement anpassen, um so etwas in Zukunft zu verhindern?

von Hochberg: Wir optimieren unsere Prozesse und Strukturen stetig, das ist schon seit Bestehen von Exporo, also seit 5 Jahren, unser Anspruch – auf diese Idee kommen wir ja nicht erst bei einem drohenden Ausfall eines Investments. Sobald uns abschließend belastbare Informationen über die Ursachen für die Insolvenzanträge in den beiden Projekten vorliegen, werden wir auch diese Informationen berücksichtigen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist es allerdings noch zu früh, um hierüber Aussagen zu treffen. Generell haben Anleger bei Exporo die Chance, die Anlagesummen auf mehrere Projekte zu streuen und so einem Klumpenrisiko entgegen zu wirken. Diesen Effekt unterstützt auch die Blockchain-Technologie, über welche wir bereits Investitionen ermöglichen. Durch den Einsatz dieser Technologie wird es zukünftig möglich sein, digitale Anleihen mit noch geringeren Nennbeträgen anbieten zu können. Dies ermöglicht den Anlegern eine noch stärkere Diversifikation des Portfolios. Auch stellen wir auf unserer Plattform vermehrt Investments der Anlageklasse “Bestand” vor. Hier erhalten die Anleger laufende Zinsausschüttungen und profitieren zudem von der Wertentwicklung der Immobilien.

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