bAV: Wo der Schuh drückt

Berater von Michael Fiedler

Betriebsrenten bilden eine wichtige Einkommensquelle im Alter. Doch längst nicht jeder Arbeitnehmer hat eine bAV abgeschlossen. Wo procontra-Leser den Hemmschuh sehen.

Hemmschuh bei der Betriebsrente

Wo drückt der Schuh bei bAV? Bild: Adobe Stock/Markus Bormann

Zusätzliche Altersvorsorge über den Betrieb konnte in den letzten Jahren zwar Zuwächse verbuchen, doch dieser Trend ist „gemessen an der gesellschaftlichen Herausforderung völlig unzureichend“, so der ehemalige aba-Chef Heribert Karch.

Um die Zahl zukünftiger Betriebsrentner zu erhöhen, ist also jede Unterstützung recht. Einen prominenten Unterstützer hat die Branche mit Alt-Kanzler Gerhard Schröder gefunden, der sich nun als Vorstandsmitglied beim BVUK-Verband (Betriebliche Versorgungswerke für Unternehmen und Kommunen e. V.) engagiert. procontra griff dieses Engagement auf dem eigenen Facebook-Account auf und postete folgendes Zitat von Gerhard Schröder:


bAV: Wo procontra-Leser den Hemmschuh sehen

Viele Leser reagierten auf das Kanzler-Zitat und an einigen Kommentaren lässt sich auch ablesen, wo procontra-Leser den Hemmschuh in Sachen bAV sehen.

So nennt Facebook-Nutzer Marc Markus die Besteuerung von bAV-Auszahlungen als Problem und die mangelnde Bereitschaft der Personalabteilungen, bAV aktiv anzubieten. Immerhin: In Sachen GKV-Beitrag gilt seit Jahresbeginn ein Freibetrag in Höhe von 159,25 Euro, wie Dietmar Brenner einwendet. Doch viel mehr als ein Signal ist es eben nicht.

Aus Sicht von Armin Runzheimer sollte die bAV weniger komplex und steuerfrei sein. Dann würde sich das Geschäft „überschlagen“ ist er sich sicher.
Edgar Nikolaus hingegen meint, eine bAV sei nur in Verbindung mit Zuzahlung vom Arbeitgeber interessant.

Tim Wolff sieht den größten Hemmschuh bei den Firmen selbst und plädiert dafür, dass jeder Mitarbeiter bAV beim Ansprechpartner seiner Wahl durchführen kann. Dann, so Wolff, würde sich die Anzahl der Verträge schnell verdoppeln.
Dem widerspricht Markus Löwe energisch: „Als Arbeitgeber für 100, 1.000 oder mehr Mitarbeiter wäre es der pure Wahnsinn jeden Vertrag, den ein neuer Mitarbeiter bringt, anzunehmen. Als Arbeitgeber würde ich mich aus Haftungsgründen und Verwaltungsaufwand IMMER für eine, maximal zwei gut gewählte Lösungen entscheiden.“ Dass sich andernfalls die Vertragsdichte verdoppeln würde, hält Löwe für ein Gerücht.

Gleichwohl wäre eine Verdopplung der bAV-Verträge aus Branchensicht sehr wünschenswert. Denn steigt die Anzahl der Betriebsrenten nicht signifikant, hat das politische Berlin schon Maßnahmen angekündigt. Opting-Out-Modelle wären dann wohl nicht zu vermeiden.

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