Arbeitsunfall: Katzen füttern?

Berater Recht & Haftung von Michael Fiedler

Arbeitsunfall oder nicht? Im vorliegenden Fall war zu klären, ob das Füttern von streunenden Katzen durch ehrenamtliche Mitarbeiter von Tierschutzvereinen unfallversichert ist.

Katzen füttern: Arbeitsunfall?

Miez, Miez, Miez... Kann Katzenfüttern ein Arbeitsunfall sein? Darüber musste das Sozialgericht Dortmund befinden. Bild: Adobe Stock/jozsitoeroe

Eine Frau, die als ehrenamtliches Mitglied eines Tierschutzvereins Streunerkatzen fütterte, erlitt dabei einen Verkehrsunfall.
Diesen wollte sie als Arbeitsunfall anerkannt wissen. Die zuständige Berufsgenossenschaft lehnte das ab; dagegen richtete sich die Klage der Frau vor dem Sozialgericht Dortmund (AZ: S 18 U 452 / 18).

Keine „Wie-Beschäftigung“

Die Richter aber vertraten die Auffassung, dass die Frau zum Unfallzeitpunkt nicht gesetzlich unfallversichert gewesen sei. Grund: Eine abhängige Beschäftigung, die ein Versicherungsverhältnis begründen könnte, lag nicht vor. Versicherungsschutz als sogenannte „Wie-Beschäftigte“ habe auch nicht bestanden, so das Gericht.
Rechtsgrundlage für Versicherungsschutz als „Wie-Beschäftigter“ ist § 2 II Satz 1 SGB VII. Demnach müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • ernstliche Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert handelt,
  • die einem fremden Unternehmen zu dienen bestimmt ist,
  • dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Unternehmers entspricht,
  • ihrer Art nach sonst von Personen verrichtet wird, die in einem dem allgemeinen Arbeitsmarkt zuzurechnenden Beschäftigungsverhältnis stehen und
  • die nach den konkreten Umständen des Einzelfalles arbeitnehmerähnlich ist.

Diese Voraussetzungen sahen die Richter beim Füttern streunender Katzen nicht als erfüllt an. Die Tätigkeit des Katzenfütterns sei keine arbeitnehmerähnliche Beschäftigung und werde ausschließlich im Ehrenamt verrichtet.

Sind Hunde die besseren Katzen?

So weit, so einsichtig. Die Klägerin allerdings argumentierte, die Katzenfütterung sei vergleichbar mit dem Ausführen von in Tierheimen befindlichen Hunden im Rahmen einer Tierpatenschaft. Diese Tätigkeit ist grundsätzlich versichert. Doch eine solche Vergleichbarkeit verneinten die Richter am Sozialgericht Dortmund ausdrücklich.

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