Altersvorsorge: Zwei Drittel rechnen mit sinkendem Lebensstandard

Berater von Florian Burghardt

Egal ob gesetzliche, betriebliche oder private Altersvorsorge – die Deutschen blicken laut einer Umfrage immer skeptischer in Richtung Ruhestand. Die Ergebnisse skizzieren zudem eine sich weiter öffnende Wohlstandsschere hierzulande.

Zwei von drei Deutschen glauben, für den Ruhestand nicht ausreichend vorgesorgt zu haben. Die meisten von ihnen wollen oder können aber auch in Zukunft nichts zurücklegen.

Zwei von drei Deutschen glauben, für den Ruhestand nicht ausreichend vorgesorgt zu haben. Die meisten von ihnen wollen oder können aber auch in Zukunft nichts zurücklegen. Bild: Shutterstock.com / And-One

Die Deutschen blicken immer skeptischer in Richtung Ruhestand. Das geht aus einer Studie hervor für die das das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) im Dezember letzten Jahres insgesamt 1.007 erwerbsfähige Personen aus ganz Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren befragen ließ.

Gefragt nach der Sicherheit und Verlässlichkeit der verschiedenen Vorsorgeformen, sprachen die Befragten allen drei Säulen der Alterssicherung (gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge) einen Vertrauensverlust aus. Zur Ermittlung des Vertrauenswerts wurde eine Skala von 0 (schlechtester Wert) bis 10 (bester Wert) zugrunde gelegt. Dieser sank im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2018 bei allen drei Säulen. Am deutlichsten machte sich der Negativtrend bei der gesetzlichen Altersvorsorge bemerkbar. Dort fiel er von 4,2 im Vorjahr auf nun 3,9. Relativ moderat im Vergleich zu 2018, als der gesetzlichen Rente ein enormer Vertrauensverlust (-1,5 Punkte) attestiert wurde. Auch die private (von 4,8 auf 4,7) und die betriebliche (von 5,0 auf 4,8) Vorsorge wurden in der Wahrnehmung der Bevölkerung abgewertet.

Etwa zwei von drei Befragten gehen davon aus, dass sie ihren Lebensstandard im Alter senken müssen. Zwar ist dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr gesunken (von 68 auf 64 Prozent). Dennoch sieht dieser Trend vor, dass sich der Großteil der Bevölkerung im Rentenalter einschränken muss. Immerhin 29 Prozent glauben, dass sie ihren Lebensstandard im Alter deutlich senken müssen.

Schere geht weiter auseinander

Mit Blick auf die Umfrageergebnisse tut sich anscheinend auch eine immer größere Wohlstandsschere in Deutschland auf. So ist der Anteil der Menschen, die laut ihrer Einschätzung ausreichend durch die drei Säulen für das Alter vorgesorgt haben, auf 30 Prozent gesunken (2017: 36 Prozent; 2018: 34 Prozent).

Somit glauben 70 Prozent, nicht ausreichend vorgesorgt zu haben. Jedoch gab von ihnen nur knapp die Hälfte (32 Prozentpunkte) an, in den nächsten zwölf Monaten mehr für ihre Altersvorsorge tun zu wollen. Hingegen ist die Gruppe derer, die in den nächsten zwölf Monaten nicht mehr tun wollen oder können, sogar noch angewachsen (von 37 Prozentpunkte im Vorjahr auf jetzt 39 Prozentpunkte).

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