34f-Vermittler: vzbv plädiert für BaFin-Aufsicht

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Der Verbraucherzentrale Bundesverband unterstützt mit einer Stellungnahme das Vorhaben, Finanzanlagenvermittler künftig von der BaFin beaufsichtigen zu lassen. Ein Gegenargument der Vermittlerverbände wird dabei einfach umgedreht.

Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, setzt Finanzanlagenvermittler mit Banken und Sparkassen gleich. Sinnvoll?

Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv, setzt Finanzanlagenvermittler mit Banken und Sparkassen gleich. Sinnvoll? Bild: vzbv

Für viele Finanzanlagenvermittler ist es ein rotes Tuch: Die Bundesregierung verfolgt den Plan, die Aufsicht für die nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) registrierten Berater auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu übertragen. Laut einer Umfrage würde dies jeder zweite 34f-Vermittler zum Anlass nehmen, seine Erlaubnis abzugeben. Ein deutlicher Rückgang des Beratungsangebots wäre die Folge.

Doch der Plan der Bundesregiering hat auch Befürworter. So hat man heute beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) noch einmal ausführlich Stellung zu der anvisierten Aufsichtsübertragung genommen und diese ausdrücklich begrüßt.

Schlagabtausch mit Vermittlerverbänden

„Eine zentrale, einheitliche und zuverlässige Aufsicht über den Finanzvertrieb ist seit Jahren überfällig. Es macht keinen Sinn, dass Banken, Sparkassen und andere Institute von der BaFin überwacht werden, freie Finanzvermittler aber nicht. Es ist richtig, dass sich Schwarz-Rot hier gegen die Lobby der Finanzvermittler durchsetzt und den Finanzmarkt so verbraucherfreundlicher macht“, sagt Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv.

Aus Sicht der Verbraucherschützer ist das aktuelle Aufsichtssystem aus Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie Gewerbeämtern unzureichend. Im Gegensatz zur BaFin hätten diese nicht genügend Ressourcen zur Erfüllung der Aufgabe.

Ein Argument, dass die Vermittlerverbände komplett gegenteilig betrachten. So bezweifelt man etwa beim AfW, dass die BaFin die rund 30.000 Beratungsanfragen stemmen kann, die jährlich allein bei den IHK eingehen. BVK-Präsident Michael H. Heinz äußerte sich dazu kürzlich mit den Worten: „Uns ist unbegreiflich, warum eine langjährig erprobte und praktizierte Aufsicht aufgegeben werden soll. Schließlich werden die Finanzanlagenvermittler, die häufig auch als Versicherungsvermittler tätig sind, bereits über die bewährten Strukturen zuverlässig beaufsichtigt. Unsere mittelständisch geprägte Branche würde also nach den Plänen des BMF zukünftig die Vorgaben von gleich zwei Aufsichten erfüllen und dafür Millionen Euro zusätzliche Bürokratiekosten tragen müssen. Das ist beispiellos und für uns völlig unverständlich.“

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