Versicherungsinnendienst: Neuer Tarifvertrag steht

Versicherungen von Florian Burghardt

Für die rund 170.000 Angestellten im Innendienst wurde nun ein neuer Tarifvertrag beschlossen. Dem vorausgegangen waren erste Warnstreiks. Um wie viel die Gehälter steigen und ab wann.

Für die rund 170.000 Angestellten im Versicherungsinnendienst ist nun ein neuer Tarifvertrag in trockenen Tüchern.

Für die rund 170.000 Angestellten im Versicherungsinnendienst ist nun ein neuer Tarifvertrag in trockenen Tüchern. Bild: iStock/nimis69

Die Verhandlungskommission des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland e. V. (AGV) und die Vertreter der Gewerkschaften ver.di, DHV und DBV haben sich am Wochenende auf einen neuen Tarifvertrag für die rund 170.000 Angestellten im Versicherungsinnendienst geeinigt. Dieser gilt rückwirkend ab dem 01. September 2019 und läuft noch bis zum 31. Januar 2022.

Allerdings werden die bisherigen Gehälter noch bis zum 31. März 2020 fortbestehen. Bis dahin erhalten alle Angestellten – aber nicht die Auszubildenden – mit ihrem Dezember-Gehalt eine Einmalzahlung in Höhe von 225 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten diese anteilig. Danach werden die Gehälter ab dem 01. April 2020 um 2,8 Prozent und ab dem 01. Juni 2021 um weitere 2,0 Prozent angehoben. Alle Auszubildenden erhalten zu diesen Terminen erst 68 Euro und dann 30 Euro mehr. So wird beispielsweise die Vergütung im ersten Lehrjahr von aktuell 972 Euro brutto auf 1.070 Euro brutto per 01. Juni 2021 anwachsen.

Warnstreiks mit Wirkung?

Bei der jetzigen Einigung sind die Arbeitgeber einen großen Schritt auf die Forderungen der Gewerkschaften zugekommen. Denn nach der zweiten Verhandlungsrunde hatten die beiden Parteien noch sehr weit auseinander gelegen. Daraufhin hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) zu ersten Warnstreiks in zahlreichen „Versicherungshochburgen“ aufgerufen. Dabei waren ein paar tausend Beschäftigte auf die Straße gegangen. Wie es nun aussieht, mit Erfolg.

Die Arbeitgeber wiederum nennen andere Gründe für ihr Entgegenkommen. So habe man sich zu einer solch überdurchschnittlichen Anhebung bereiterklärt, um die Attraktivität der Branche als Anbieterin hochwertiger Ausbildung zu unterstreichen, heißt es dazu von Seiten des AGV. Beispielsweise haben Ausgelernte während der Laufzeit des neuen Tarifvertrags die Garantie eines für 12 Monate befristeten Arbeitsverhältnisses. Das Ausbildungsunternehmen kann dieses nicht aus betrieblichen Gründen verwehren, sondern nur, wenn Leistungen oder Verhalten der Person dagegensprechen.

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