Rechtsschutz für Gewerbebetriebe: Darum ist er so wichtig

KMU-Schutz Berater von Sebastian Wilhelm

Die Kosten für einen Rechtsstreit können insbesondere kleinere Firmen und Selbstständige schnell finanziell in Schieflage bringen. Eine Rechtsschutzpolice ist unbedingt zu empfehlen. 3 Fallbeispiele für alltägliche Rechtsrisiken im Gewerbe.

Rechtsschutz für Gewerbebetriebe

Warum ist der Rechtsschutz für Gewerbebetriebe so wichtig? Bild: Adobe Stock/Aerial Mike

Um lediglich 3,2 Prozent legten die Preise im Zeitraum 2012 bis 2016 laut einer GDV-Auswertung deutschlandweit zu. Die Kosten für juristische Auseinandersetzungen dagegen verzeichneten eine Steigerung von stolzen 19 Prozent. Vor allem die Anwälte lassen sich ihre Dienste heute deutlich besser bezahlen als noch vor wenigen Jahren. Doch nicht nur das: Auch beim Streitwert zeigt die Kurve nach oben. Betrug er 2010 noch in rund jedem dritten Fall mehr als 4.000 Euro, so lagen 2017 schon 42 Prozent der Rechtsstreite über dieser Marke.

Vom Streitwert aber hängt es maßgeblich ab, wie teuer ein Rechtsstreit wird. Steht eine Forderung von 10.000 Euro im Raum, muss mit rund 4.500 Euro an Anwaltshonoraren und Gerichtskosten gerechnet werden. Kein Pappenstiel.

Wer als Unternehmer nicht über üppige Liquiditätsreserven verfügt, sollte sich gegen das Rechtsrisiko absichern. Das Thema gehört auf die Agenda jeder Gewerbeberatung mit ganzheitlichem Anspruch. Denn jeder Betrieb, egal in welcher Branche, kann sich vor Gericht wiederfinden. Drei Fallbeispiele verdeutlichen dies:

1. Verkehrsrechtsschutz
Ein Gewerbetreibender ist mit einem Firmenfahrzeug unterwegs, als ihm die Vorfahrt genommen wird. Beim Zusammenprall entsteht nicht nur ein erheblicher Schaden am Auto, sondern auch an darin befindlichen Waren. Der Unfallgegner behauptet unzutreffenderweise, der Geschädigte sei viel zu schnell gefahren und trage daher die Hauptschuld. Somit braucht der Unternehmer kundigen Rechtsbeistand, um seine berechtigten Interessen durchzusetzen.

2. Arbeitsrechtsschutz
Ein Mitarbeiter eines Handwerksbetriebs leistet sich zum wiederholten Male – erkennbar vorsätzlich – groben Pfusch und verärgert dadurch einen wichtigen Kunden. Dem Chef reißt daraufhin der Geduldsfaden, er kündigt dem Gesellen fristlos. Dieser zieht gegen die Kündigung vor Gericht und verlangt Wiedereinstellung. Warum auch immer ein Mitarbeiter gegen den Arbeitgeber klagt: Die juristische Abwehr kann richtig teuer werden.

3. Immobilienrechtsschutz
Da die Mieten im vormals günstigen Stadtteil kräftig gestiegen sind, verlangt ein Vermieter für sein schon lange Jahre von einem Gewerbetreibenden genutztes Ladenlokal einen happigen Aufschlag. Der betroffene Unternehmer empfindet die Mietsteigerung als sittenwidrig und braucht juristische Unterstützung, um diese Meinung zu prüfen und durchzusetzen.

Mit diesen drei aus dem Leben gegriffenen Fallbeispielen für Rechtsstreitigkeiten können Makler ihren Gewerbekunden verdeutlichen, dass es beim Rechtsschutz nicht um abstrakte oder theoretische Risiken geht. Vorausschauende Unternehmer werden diese Impulse aufnehmen und sich Sinn und Notwendigkeit einer Rechtsschutzversicherung nicht verschließen.