Pools: Diese IT-Angebote bewegen Makler

Berater Versicherungen Top News Digital von Detlef Pohl

Pools und Verbünde sind für Makler unverzichtbar, offenbaren aber im Detail große Unterschiede, zeigt eine neue Studie. Makler erhoffen sich damit auch einen Digitalisierungsschub in eigener Sache. Warum IT-Prozesse die neue Währung im Maklermarkt sind.

Die aktuelle Maklerpool-Studie von Brunottekonzept zeigt, mit welchen IT-Prozessen die Pools zukünftig um die Gunst der freien Vermittler buhlen wollen.

Die aktuelle Maklerpool-Studie von Brunottekonzept zeigt, mit welchen IT-Prozessen die Pools zukünftig um die Gunst der freien Vermittler buhlen wollen. Bild: iStock/Dean Mitchell

Nach fünf Jahren Pause hat der Marktbeobachter BrunotteKonzept jetzt seine achte Maklerpoolstudie unter dem Titel „“Maklerpools, Verbünde und Servicedienstleister“ vorgelegt (procontra berichtete auch damals). 30 Maklerpools und Verbünde haben sich der aktuellen Befragung gestellt. Von den Marktgrößen fehlen solche Firmen wie VEMA-Maklergenossenschaft, Carat Fonds, Concept IF, Finet, Invers, Konzept & Marketing.

Die Studie gewährt detaillierte Einblicke zu Geschäftsmodell und Ausrichtung, strategischen Kooperationen, Umsatz und Ertrag, Vertriebspartnern sowie Services. Fokusthema 2019 sind Maklerverwaltungsprogramme (MVP), IT-Angebote und Datenstandards. Die Pool-Chefs stellen sich zudem Fragen zu aktuellen Herausforderungen des Marktes wie Investitionsdruck, Provisionsdeckel oder Honorarberatung.

Die meisten Pools haben eine klare „Einlasskontrolle“ für Makler (procontra berichtete). Auch nach dieser „Aufnahmeprüfung“ stehen die Makler – der Studie zufolge – weiter unter Beobachtung durch die Pools.

Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Beinahe alle Teilnehmer melden für 2018 gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus. Die Gewinne halten mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Sie sinken gegenüber 2017 um gut sechs Prozent. Der Rückgang sei vor allem eine Folge des hohen Investitionsbedarfs in der Digitalisierung. Das Eigenkapital ist in Summe leicht gestiegen. Von rückläufigen Provisionseinnahmen berichten vier von 22 Unternehmen. Die restlichen Pools machen keine Angaben oder haben nur Provisionsangaben für 2018 geliefert.

Der Mix aus Regulierung und Zinsverfall hinterlässt deutliche Spuren beim klassischen Umsatzbringer Lebens- und Krankenversicherung. Die Provisionserlöse aus dem Komposit-Geschäft haben mit über 30 Prozent den Leben-Bereich um fast fünf Prozentpunkte hinter sich gelassen. Zu diesem Ergebnis war auch eine andere Pool-Studie gekommen (procontra berichtete).

„Wir sehen darin ein klares Indiz, dass Pools und Vermittler umsteuern. Das früher bevorzugte Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft verliert an Bedeutung“, so Sabine Brunotte. Allerdings hielten sich einige Akteure bei der Zusammensetzung ihrer Provisionen bedeckt. Das gelte auch für den Marktführer Fonds Finanz, dessen Ergebnisse nicht eingeflossen sind.

IT ist die wichtigste Baustelle

Der Automatisierungsgrad der Branche leidet offenkundig unter zersplitterten IT-Infrastrukturen – bei Produktgebern ebenso wie bei Pools, Dienstleistern und Vermittlern. Die Integration beidseitiger IT-Prozesse steht hoch im Kurs. Folgerichtig bieten bis auf vier Pools (Degenia/DMU, germanBroker.net, SDV und VFV – Der Sachpool) alle Unternehmen ihren Vertriebspartnern ein vollwertiges Maklerverwaltungsprogramm (MVP) oder planen dies zumindest.

Einer Umfrage der deutsche-versicherungsboerse.de zufolge sind nur ein gutes Viertel der Makler bereit, ihr Verwaltungsprogramm von einem Pool zu beziehen (procontra berichtete). Ein gutes Drittel finden auch einen Verbund als Lieferanten akzeptabel, und gut 70 Prozent (Mehrfachnennungen möglich) bevorzugen ein unabhängiges Softwarehaus als Technologiepartner.

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