PKV: Finanztest empfiehlt leistungsschwache Tarife

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Testsieger für die Berufsgruppe Arbeitnehmer ist der Tarif „VKA+u, KHPnu, KHUnu“ der Provinzial Krankenversicherung. Ein Versicherer mit gerade einmal 14.528 vollversicherten Personen sowie ein nicht bundesweit abschließbarer Tarif mit – laut Ergebnisliste von Finanztest – eher mittelmäßigem Leistungsniveau.

Anderen Anbietern mit einem hohen Leistungsniveau wie der Allianz, Barmenia, Hallesche und R+V (um nur einige zu nennen) dürfte die Gewichtung des Preis-Leistungs-Verhältnisses mit 80 Prozent sauer aufstoßen: Jahrelang fordern die Verbraucherschützer mehr Leistung und nun erhalten die Versicherer die Quittung für den Preis, der hierfür zu entrichten ist?

Geprüfte Beiträge bereits veraltet

Und selbst bei dem, von den Testern so sehr fokussierten Beitrag wird es problematisch. Denn ein im Oktober veranlasster Wechsel in die PKV erfolgt meist zum 01.01.2020. Also zu einem Zeitpunkt, zu dem die angezeigten Beiträge bereits veraltet sind. Ein Beispiel ist der Arbeitnehmer-Testsieger Signal Iduna. Denn deren Beitragsanpassung per 01.01.2020 wird verhältnismäßig hoch ausfallen, da die letzte Anpassung vor 7 Jahren erfolgt ist. Damit wurde, meinen Berechnungen zufolge, ein Preis-Leistungs-Testsieger gekürt, der zum jetzigen Zeitpunkt schon keiner mehr ist. Allerdings trifft die Thematik der anstehenden Beitragsanpassung einige Versicherer mehr, nur sind derzeit noch nicht alle Beitragserhöhungen kommuniziert.

Viele Interessenten der privaten Krankenversicherung lassen sich von Siegeln, Rankings, Ratings und dem angeblich günstigen Preis blenden und vergessen dabei auf die Leistungsinhalte des Tarifs zu achten. Doch was nützt ein möglichst geringer monatlicher Beitrag, wenn der private Krankenversicherer dann nicht leistet, wenn es darauf ankommt?

Seite 1: Fahrlässiger PKV-Vergleich der Zeitschrift Finanztest
Seite 2: Beispiele für enorme Leistungslücken im Test
Seite 3: Fehler auch beim Beitrag

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