PKV: Finanztest empfiehlt leistungsschwache Tarife

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Wenn eine Krankenversicherung nur 30 Tage für die stationäre Psychotherapie übernimmt, ich aber 6 Monate aufgrund eines Burnouts in einer Klinik (Tagesssatz: 300 Euro) behandelt werde, bleibe ich auf Kosten von 45.000 Euro sitzen. Diese Kosten können meine Existenz ruinieren oder mein Leben bedrohen, wenn ich mir die Behandlung nicht leisten kann.

Oder ich erleide als Motorradfahrer einen Unfall und verliere dabei ein Bein. Dank der modernen Medizin ist mit Hilfe von Prothesen sichergestellt, dass nach vollständiger Genesung eine Teilhabe am (Arbeits-)Leben wieder möglich ist. Allerdings ist dies von der Kostenübernahme der Krankenversicherung abhängig.

Holzbein mit SB

Laut Finanztest genügt für sehr gute Tarife die 75-prozentige Übernahme für eine Standardprothese. Diese kostet etwa 1.000 Euro und ich muss noch 250 Euro davon selbst übernehmen. Übernimmt der private Krankenversicherer hingegen die Kosten für eine computergestützte High-Tech-Prothese (sogenanntes C-Leg; Kostenpunkt ca. 46.000 Euro) vollständig, ist das eine ganz andere Dimension.

Die Verwendung von Mindestkriterien ist auch aus einem anderen Gesichtspunkt heraus mehr als zweifelhaft. Denn so können auch leistungsschwache Tarife abgebildet werden, obwohl angeblich nur leistungsstarke PKV-Tarife gezeigt werden sollen. Die bessere Vorgehensweise wäre die Verwendung harter Kriterien, zum Beispiel nur Konzepte mit einer stationären Erstattung oberhalb dem 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung (GOÄ). Damit würden leistungsschwache Tarife erst gar nicht in den Ergebnislisten erscheinen.

Seite 1: Fahrlässiger PKV-Vergleich der Zeitschrift Finanztest
Seite 2: Beispiele für enorme Leistungslücken im Test
Seite 3: Fehler auch beim Beitrag

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