Geldanlage: Jüngere setzen nicht zwingend auf Nachhaltigkeit

Berater Investmentfonds von Florian Burghardt

Junge Menschen wollen nur nachhaltige Investments – stimmt das? Eine Studie der Zurich zeigt, dass die Rendite auch noch ein Wörtchen mitzureden hat.

Wollen junge Menschen ihr Geld wirklich nachhaltiger anlegen als ältere? Oder geht es am Ende doch nur um die Rendite?

Wollen junge Menschen ihr Geld wirklich nachhaltiger anlegen als ältere? Oder geht es am Ende doch nur um die Rendite? Bild: iStock/ipopba

Die regelmäßigen „Fridays for Future“-Demos und die gesellschaftliche Diskussion um Klimaschutz und Plastikvermeidung lassen es schon vermuten: Nachhaltige Geldanlagen gewinnen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Wobei sich Nachhaltigkeit in diesem Fall nicht nur durch einen umweltschützenden, sondern auch durch einen sozialen und ethisch vertretbaren Charakter der Finanzprodukte definiert.

Mehr als jedem zweitem Deutschen (53 Prozent) ist es mit Blick auf eine abzuschließende Geldanlage „eher wichtig“, dass diese nachhaltig ist. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Zurich Gruppe Deutschland unter 1.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern ab 18 Jahren. Um einen besseren Vergleich zu den Beweggründen der jungen Menschen zu erhalten, wurden zusätzlich noch 500 Bundesbürger zwischen 18 und 35 Jahren befragt.

Jüngere bevorzugen dann doch die Rendite

Bei ihnen zeigt sich ein etwas größerer Wunsch nach nachhaltigen Investments („eher wichtig“ sagten 55 Prozent). Zudem gaben die jüngeren häufiger als die Gesamtbevölkerung (15 Prozent) an, dass ihnen solche Geldanlagen „sehr wichtig“ sind (20 Prozent). Während die Befragten im Durschnitt zu 26 Prozent sagten, dass ihnen der Nachhaltigkeits-Faktor ihrer Geldanlage „vollkommen egal“ sei, sind es bei den jüngeren nur 20 Prozent.

Diese Haltung wirkt allerdings etwas gegensätzlich zu der folgenden Aussage. Denn auf die Frage, ob sie für eine überdurchschnittlich hohe Rendite auf den Nachhaltigkeits-Aspekt ihrer Geldanlage verzichten würden, antworteten 45 Prozent der jüngeren Befragten mit Ja. Bei der Gesamtbevölkerung beträgt dieser Wert nur 35 Prozent. „Investieren mit gutem Gewissen liegt vor allem bei den Jüngeren zunehmend im Trend. Allerdings sind sie bei 'grünen' Geldanlagen nicht bereit, auf Rendite zu verzichten," sagt Jacques Wasserfall, Vorstand Leben bei der Zurich Gruppe Deutschland.

Für eine nachhaltige Geldanlage mit einer leicht unterdurchschnittlichen Rendite würden sich indes aus beiden Befragten-Lagern jeweils 40 Prozent entscheiden. Der Rest konnte sich keiner Aussage anschließen. Darüber hinaus plant jeder Deutsche aktuell den Abschluss einer nachhaltigen Geldanlage. Bei den jüngeren Umfrageteilnehmern liegt dieser Wert bei 20 Prozent.

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