Brexit: So verkompliziert er den Versicherungsschutz

Berater Recht & Haftung Versicherungen Top News von Detlef Pohl

Was aus deutschen Policen zur Risikoabdeckung in UK wird

Verträge in Großbritannien, die Risiken in Deutschland abdecken, sind zunächst nicht vom Hard-Brexit betroffen, wenn die BaFin von ihrer Befugnis (nach Paragraf 66a VAG) Gebrauch macht. „Davon ist auszugehen“, betont Olaynig. Folge: Für einen Zeitraum von maximal 21 Monaten ab dem ungeregelten Austritt ist die BaFin ermächtigt, einen Zeitraum für die Abwicklung der bis zum Austritt abgeschlossenen Versicherungsverträge) zugunsten der Versicherungsnehmer und Begünstigten von Versicherungsleistungen festzulegen (procontra berichtete).

Entsprechende Verfahren in Großbritannien (UK) sorgen zudem dafür, dass EU-Versicherer bei einem Hard-Brexit EU-Versicherer weiterhin Geschäft im Vereinigten Königreich machen können. Das Temporary Permissions Regime (TPR) sieht vor, dass EU-Versicherer, die einen Neu-Zulassungsantrag für eine UK-Niederlassung stellen wollen, bis Ende 2020 auch FoS-Deckungen anbieten können.

Deutsche müssten sich beim Hard-Brexit anmelden

Versicherer, die sich nicht beim TPR anmelden, landen automatisch im Financial Services Contract Regime (FSCR). Folge: Sie können bestehendes Geschäft weiterführen, jedoch keine neuen Verträge abschließen. Um aufsichtsrechtlichen Verstößen vorzubeugen, kann eine sogenannte Brexit-Klausel in den Versicherungsverträgen übergangsweise helfen. „Makler sollten ihren Bestand entsprechend untersuchen und prüfen, ob eine solche Klausel in die Verträge integriert werden muss (nur bei FSCR erforderlich)“, rät Olaynig. Damit wäre keine lokale Police nötig. Makler, die auch nach Austritt aus der EU in Großbritannien tätig werden wollen, müssen sich entsprechend zulassen. Die Registrierung findet, wie bei EU-Versicherern, über das TPR statt.

Fazit: Nach dem deutlichen Wahlausgang im britischen Unterhaus und der absoluten Mehrheit der Tories steigt die Hoffnung für einen geregelten Brexit. Die Umsetzung muss aber noch durch das britische Parlament abgesegnet und von der EU angenommen werden. Makler haben mit komplexeren Prozessen und zwischenzeitlich zusätzliche Kommunikation mit ihren Firmenkunden. „Ansonsten dürften sich direkte negativen Folgen des britischen EU-Austritts hierzulande in Grenzen halten“, hofft der BDVM.

Seite 1: Szenario 1: Deal
Seite 2:
Szenario 2: No-Deal
Seite 3: Was aus deutschen Policen in UK wird

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare