bAV: So können Makler von Portallösungen profitieren

Digital Berater Top News von Detlef Pohl

Die Betriebsrente ist ein strategisches Geschäftsfeld für Makler. Umsatz und Aufwand steigen, daher hat die digitale Verwaltung Priorität. Neue Studien zeigen, dass dabei immer noch enormer Nachholbedarf herrscht.

Die Verwaltung der bAV wird aktuell auf breiter Fläche modernisiert, hat Michael Paulweber beobachtet und erwartet noch stärkere Automatisierung der Administrationsplattformen.

Die Verwaltung der bAV wird aktuell auf breiter Fläche modernisiert, hat Michael Paulweber beobachtet und erwartet noch stärkere Automatisierung der Administrationsplattformen. Bild: Willis Towers Watson

Das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) boomt. Über 30 Prozent des aktuellen Umsatzes von Versicherungsmaklern entfallen auf die bAV (procontra berichtete). Für 2019 werden im Schnitt 1,97 Millionen Euro Beitragssumme erwartet. 2018 betrug die vermittelte Gesamt-Beitragssumme pro Vermittlerbetrieb im bAV-Geschäft im Schnitt 1,6 Millionen Euro (2017: 1,42 Millionen Euro).

Als eine der größten Herausforderungen im bAV-Geschäft gilt die Beratung von Personalabteilungen zur effizienten bAV-Verwaltung, sagt die Mehrzahl der Makler. Trotz der Komplexität dieser Produktkategorie stehen bAV-Verwaltungsportale bei Vermittlern nicht im Fokus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „AC-Trends IV/2019“. Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatung. 422 Makler und Mehrfachagenten haben sich daran beteiligt.

Rund 30 Prozent der befragten Vermittler gaben an, keine Portallösungen für das bAV-Geschäft zu kennen. Und lediglich 38 Prozent setzen ein bAV-Verwaltungsportal ein. Diese geringen Werte überraschen, da zugleich knapp über 60 Prozent der Befragten bAV-Lösungen vermitteln. Bei vielen regieren offenbar immer noch Zettelwirtschaft und Postverkehr – angesichts der eher übersichtlichen Courtagen im Kollektivgeschäft betriebswirtschaftlich riskant.

Dienstleistungen digital beherrschbar machen

Im Vordergrund der Beratung stehen vor allem fachliche Fragestellungen (93 Prozent), die Erstinformation der Arbeitnehmer vor Abschluss (89 Prozent) sowie die Kommunikation mit Arbeitnehmern nach Abschluss (85 Prozent). Diese Dienstleistungen lassen sich Makler von ihren Firmenkunden in fast 90 Prozent der Fälle als monatliches Entgelt vergüten. Die Hälfte der Befragten stellt pro Vertrag ein bis zwei Euro im Monat in Rechnung, die andere Hälfte über zwei Euro pro Vertrag im Monat.

Das ist angesichts des Aufwandes nicht viel. Denn laut Umfrage kostet jeder Verwaltungsvorgang den bAV-Berater im Schnitt 18 Minuten. Ein Viertel der Befragten gab sogar 30 Minuten an. Um hier nicht draufzuzahlen, führt an Portallösungen kein Weg vorbei. Da besteht für 62 Prozent der Befragten noch kompletter Nachholbedarf.

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