BaFin-Studie: Häufig über 4 Prozent Provision in Leben

Berater Versicherungen Top News von Florian Burghardt

Am meisten vermittelt wurden kapitalbildende LV-Produkte (Anteil am Neugeschäft: 72,76 Prozent; entspricht 78,9 Milliarden Euro). Der größte Teil dieses Neugeschäfts (30,1 Milliarden Euro) wurde – den Auswertungen der BaFin zufolge – mit bis zu 2,5 Prozent Abschlussprovision vergütet. Der Entwurf für einen Provisionsdeckel sieht diesen Wert als erste Grenze vor. Durch die Erfüllung bestimmter Kriterien sollen dann bis zu 4 Prozent möglich sein.

Dieser Wert, also zwischen 2,5 und 4 Prozent Provision, wurde auf 26,5 Milliarden Euro Beitragssumme des Neugeschäfts (kapitalbildende Produkte) angewendet. Ein beinahe ebenso großer Anteil (22,3 Milliarden Euro) wurde laut BaFin allerdings mit mehr als 4 Prozent Abschlussprovision vergütet. Dies gilt also für mehr als jeden vierten vermittelten Beitragseuro.

Bedauerliche Entwicklung

Die Studie zeigt auch, dass der Anteil sofort gezahlter Abschlussprovisionen gestiegen ist – von 2,8 Milliarden Euro in 2017 auf 3,2 Milliarden Euro in 2018. Aufgeschobene Abschlussprovisionen hingegen, die laufend während der Beitragszahlungsdauer ausgezahlt werden, sind von 1,1 Milliarden Euro auf 1,0 Milliarden Euro zurückgegangen.

„Diese Entwicklung bedaure ich im Interesse der Versicherungsnehmer. Denn aufgeschobene Provisionen können die Beratungsqualität steigern“, so Dr. Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht der BaFin. Für das Jahr 2017 hatte die BaFin bei ihrer LVRG-Evaluierung noch einen umgekehrten Trend festgestellt.

Die Einführung eines Provisionsdeckels wird von vielen Vermittlerverbänden kritisiert. Laut dem aktuellen AfW-Vermittlerbarometer rechnen die Betroffenen mit durchschnittlichen jährlichen Umsatzeinbußen von 27 Prozent. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der procontra-eigenen Umfrage „Maklers Lieblinge 2019“ zeigten sich hingegen ein wenig optimistischer.

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