BaFin-Pläne zwingen 34f-Vermittler zum Aufgeben

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Die Finanzanlagenvermittler sind gegen einen Aufsichtswechsel hin zur BaFin. Das belegt das aktuelle AfW-Vermittlerbarometer. Wie viele von ihnen ihre Erlaubnis abgeben würden, warum das so ist und welche Alternativen in Frage kommen.

Die Finanzanlagenvermittler sollen in Zukunft von der BaFin beaufsichtigt werden. Nicht wenige 34f-Vermittler wollen deshalb ihre Erlaubnis abgeben.

Die Finanzanlagenvermittler sollen in Zukunft von der BaFin beaufsichtigt werden. Nicht wenige 34f-Vermittler wollen deshalb ihre Erlaubnis abgeben. Bild: iStock/Alessandra Eusebio

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die nach § 34f Gewerbeordnung (GewO) registrierten Finanzanlagenvermittler in Zukunft von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt werden. Dieser Aufsichtswechsel, weg von den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Gewerbeämtern, soll „zügig“ durchgeführt werden. Für diese Reform hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) sogar schon einen Zeitplan erstellt.

Jedoch sind die von dieser Maßnahme betroffenen Personen ganz überwiegend dagegen. Das hat in den letzten Monaten bereits mehrfach Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, betont.

Kann die BaFin 30.000 Anfragen stemmen?

Nun folgen die 34f-Vermittler auch ganz offiziell der Stimme eines ihrer größten Berufsverbände. Denn lediglich 3 Prozent der Vermittler ziehen einen Wechsel hin zur BaFin dem bisherigen Aufsichtssystem vor. Das geht aus dem aktuellen AfW-Vermittlerbarometer hervor, an dem sich 1.546 Personen beteiligt haben. Von ihnen weisen 81 Prozent einen Maklerstatus auf. Neben den rund 46.000 Maklern in Deutschland sind auch knapp 38.000 Finanzanlagenvermittler registriert. Unter ihnen gibt es aber eine große Schnittmenge, da viele Vermittler über beide Registrierungen verfügen.

Die Befragten bevorzugen die IHKs als Institutionen für ihre Beaufsichtigung (69 Prozent), danach folgen die Gewerbeämter (20 Prozent). Wohl auch deshalb, weil das etablierte System mit dem Aufkommen ihrer Anliegen zurechtkommt. Der AfW verweist auf circa 30.000 Beratungsanfragen der Vermittler, die jährlich allein bei den IHKs eingehen. „Das zeigt mehr als deutlich, dass hier Beratungsbedarf besteht. Dieser Service würde bei einem mittelstandsfeindlichen Aufsichtswechsel komplett wegfallen und die Position der unabhängigen Vermittler und damit auch der Kunden verschlechtern“, so Wirth.

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