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Bieten Nettotarife eine Chance, um dem Provisionsdeckel in der Lebensversicherung zu entgehen? Und wie können Versicherer Makler bei ihrer Arbeit unterstützen? Ein Interview mit Gordon Diehr, COO der Liechtenstein Life Assurance AG.

Gordon Diehr LiechtensteinLife Nettotarife Fondssparplan

Kunden erwarten mehr Transparenz - auch bei der Vergütung. Nettotarife können das bieten, meint Gordon Diehr, COO der Liechtenstein Life Assurance AG. Bild: Liechtenstein Life

procontra: Provisionsdeckel – Können sie das Thema überhaupt noch hören?

Gordon Diehr: Na klar, gerade auf der DKM hat man erneut gesehen, dass die Diskussion auch abseits der politischen Motivation immer wieder neue Fragestellungen aufwirft, zum Beispiel nach der fairen Vergütung für eine gute Beratungsdienstleistung. Ich finde, beides sollte in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

procontra: Was kann ich mir unter einem angemessenen Verhältnis vorstellen?

G. Diehr: Die Vergütung sollte in ihrer Höhe mit marktüblichen Leistungen vergleichbar sein. Und diese Vergleichbarkeit schafft man nur, wenn sie auch transparent ausgewiesen ist.

procontra: Was passiert, wenn die Beratung nicht in einen Versicherungsabschluss mündet?

G. Diehr: Grundsätzlich kann ich mir Honorarberatung entweder auf Stundenbasis oder nach Zufriedenheit bzw. Erfolg der Beratungsleistung vorstellen. Im letzten Fall sollte die Vergütung am Zustandekommen des Vertrags gebunden sein. Nettoprodukte können jedenfalls nur von irgendeiner Form von Honorarberatung vertrieben werden.

Management Fee ist nicht relevant

procontra: Abgesehen von der Vergütung – Was hat sie in diesem Jahr am meisten umgetrieben?

G. Diehr: Wir wollen für die Rentenversicherung eine möglichst breite und hochwertige Investmentpalette anbieten. Einige Versicherer beschäftigen ein eigenes Asset Management. Wir wollen uns hingegen auf unsere Kernkompetenz, das Versicherungsprodukt, konzentrieren und eröffnen unseren Kunden dafür den Zugang in die Welt der Investmentfonds: Von Blackrock über Columbia Threadneedle bis Dimensional: Wir haben alle großen Namen in unserem Portfolio: aktiv gemanagte und auch ETFs. Das spart Kosten und bietet eine größtmögliche Auswahl. Das Thema Management Fee ist beispielsweise für Liechtenstein Life-Kunden überhaupt nicht relevant.

procontra: Wie kann der Kunde am Asset Management partizipieren?

G. Diehr: Für viele Versicherungskunden war die Kapitalanlage bislang eine Blackbox. In Zeiten von Finanzkrise, Niedrigzins und gestiegenem Umweltbewusstsein ist auch der Versicherungskunde aufgeklärter, informierter und mündiger geworden. Die Fondspolice bietet dafür den richtigen Ansatz. Bei Liechtenstein Life kann der Kunde aus etwa 5.000 Fonds auswählen, sein Vermögen nach seinen eigenen Kriterien in bis zu 10 Investmentfonds gleichzeitig anlegen und einmal im Monat kostenfrei umschichten. Und das alles ganz ohne Ausgabeaufschläge oder Abgeltungssteuer.

procontra: Letzteres sind ja Kosten, die bei Fondssparplänen anfallen. Kritiker der Versicherungslösung bemängeln hingegen stets die Kosten des Versicherungsmantels.

G. Diehr: Allein die Steuervorteile der Versicherungslösung schlagen jedes Fondsdepot. Für die Finanzämter macht es immer noch einen Unterschied, ob die Altersvorsorge in Form einer Rentenversicherung angelegt ist, oder in einem Fondsdepot. Fondssparer werden stärker zur Kasse gebeten.

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